Amélie Nothomb – Quecksilber

Amelie Nothomb Quecksilber RezensionIn Quecksilber beleuchtet die belgische Kultautorin Amélie Nothomb gewohnt düster, makaber und spritzig die Themen Obsession und Macht – ein herrlich provokantes Buch mit gleich zwei Enden.

Im Jahr 1923 wird die Krankenschwester Françoise vom französischen Festland auf die kleine, abgelegene Insel Mortes-Frontiers bestellt, um dort das Mädchen Hazel zu pflegen. Hazel wurde fünf Jahre zuvor von einem alten Mann namens Loncourt aufgegriffen, nachdem ihre Eltern bei einem Bombenangriff im Krieg getötet wurden, und auf diese Insel verfrachtet. Dort fristet sie ein trostloses Leben, gefangen in dem großen Haus, ohne Spiegel, ohne Kontakt zur Außenwelt.

Donna Tartt – Der kleine Freund

Donna Tartt der kleine Freund Rezension

Donna Tartts zweiter Roman Der kleine Freund ist ein beklemmendes und atmosphärisch dichtes Porträt einer zerrütteten Familie, einer gespaltenen Kleinstadt in den Südstaaten – nicht ganz so herausragend wie ihr Erstling Die geheime Geschichte, aber dennoch ein starkes Stück Prosa.

Alexandria, eine Kleinstadt im Mississippi der Siebzigerjahre. Harriet lebt mit ihrer großen Schwester Allison, ihrer depressiven Mutter und dem schwarzen Hausmädchen Ida zusammen, nachdem ihr Bruder Robin vor zwölf Jahren als Neunjähriger einen schrecklichen Unfall hatte. Oder wurde er doch ermordet? In einem langen, heißen Sommer macht sich Harriet gemeinsam mit ihrem besten Freund Hely auf, den potenziellen Mörder Robins aufzuspüren.

Linda Boström Knausgård – Willkommen in Amerika

Linda Boström Knausgard Wilkommen in Amerika Rezension

Das Schweigen der Verzweiflung: Linda Boström Knausgård erzählt in Willkommen in Amerika in einem Kammerspiel über den Kampf zwischen Mutter und Tochter.

Die elfjährige Ellen hat beschlossen, nicht mehr zu sprechen. Ihre Mutter, eine erfolgreiche Schauspielerin, versucht nach der Trennung von Ellens Vater, das Familienglück aufrechtzuerhalten.

J. R. R. Tolkien – Der Fall von Gondolin

J.R.R. Tolkien Der Fall von Gondolin Rezension

Mit Der Fall von Gondolin liegt nun auch die letzte der drei Großen Geschichten des ersten Zeitalters in einem Einzelband vor. Nun wohl wirklich zum letzten Mal entführt uns Christopher Tolkien in die Welt seines Vaters.

Gondolin ist die letzte Stadt der Elben, die noch nicht von dem dunklen Morgoth gefunden wurde. Hierhin sendet Ulmo, der Herr des Meeres, der Flüsse und der Seen den Menschen Tuor mit einer Warnung zu König Turgon. Turgon hört nicht auf den Menschen, doch Tuor bleibt in Gondolin und heiratet Idril, die Tochter des Königs, die einen Sohn mit Namen Earendil gebiert.

Monatsrückblick: Unsere Bücher im August

Hallo September, hallo Herbst!
Pünktlich zum Monatswechsel haben wir unseren aktuellen literarischen Rückblick für euch. Der August brachte uns zwei tolle Neuerscheinungen – Ryan Gattis und J. R. R. Tolkien – sowie einige andere bekannte (Jonathan Franzen, Donna Tartt, Karl Ove Knausgård, Amélie Nothomb) und weniger bekannte (Ae-Ran Kim, Stephen Fry, William T. Vollmann) Autoren. Was wir genau gelesen haben und wie unsere Eindrücke der Bücher waren, erfahrt ihr im Folgenden.

Roberto Bolaño – Die wilden Detektive

Roberto Bolano die wilden Detektive Rezension

Roberto Bolaño macht die Leser selbst zu Detektiven. Sein Werk Die wilden Detektive ist mit Worten kaum zu beschreiben und die einfache Frage „Worum geht es denn?“ wohl nur mit „So ziemlich alles“ zu beantworten.

Der junge Student Juan García Madero wird eingeladen am viszeralen Realismus teilzunehmen. Angeführt wird diese literarische Avantgarde von Ulises Lima und Arturo Belano, die um eine genaue Definition ihrer Bewegung alles andere als bemüht sind.

Ryan Gattis – Safe

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Drogen, Gangs und Los Angeles. Mit seinem zweiten Thriller Safe gelingt Ryan Gattis ein weiterer außergewöhnlicher Roman, der aber nicht das Niveau des Debüts erreicht.

Er selbst nennt sich nur Ghost. Eigentlich heißt er Ricky Mendoza und arbeitet für die DEA als Tresorknacker. In Los Angeles ist er der Beste. Doch so lebte Ghost nicht immer. Früher war er ein Gangster und Junkie, bis er an einem Tumor erkrankte und sein Leben änderte. Er plant Geld abzuzweigen, so viel wie möglich und es Menschen mit Geldproblemen geben.

Italo Calvino – Wenn ein Reisender in einer Winternacht

Italo Calvino Wenn ein Reisender in einer Winternacht

Italo Calvino hat mit seinem Roman Wenn ein Reisender in einer Winternacht eine literarische Schnitzeljagd geschaffen – ein außergewöhnliches Werk über Wahrheit und Täuschung, über den Leser und den Autor.

Du, lieber Leser, der du vom Autor direkt angesprochen wirst in diesem Roman, kaufst dir das neue Buch des Schriftstellers Italo Calvino. Leider stellst du nach einigen Seiten enttäuscht fest, dass die Geschichte mittendrin abbricht – ein Fehldruck. Auf der Suche nach dem Rest des Romans erhältst du allerdings wieder ein fehlerhaft gedrucktes Werk, dieses Mal jedoch das eines anderen Autors. So geht es immer weiter, bis du so viele Geschichten angefangen und nicht beendet hast, dass es dich fast in den Wahnsinn treibt.

William T. Vollmann – Arme Leute

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In seinen Reportagen unter dem Titel Arme Leute versucht William T. Vollmann sich auf Augenhöhe mit armen Menschen zu begeben und direkt von ihnen die Gründe für ihre Armut zu erfahren.

„Warum bist du arm?“ Mit dieser Frage ist der amerikanische Schriftsteller William T. Vollmann (u.a. Europe Central) um die Welt gereist und hat Menschen am Rande der Gesellschaft portraitiert. Das Ergebnis sind Reportagen, die einerseits schonungslos sind und andererseits den Menschen eine eigene Stimme geben.

Haruki Murakami – Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah

Haruki Murakami Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah

Haruki Murakamis Sammlung Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah enthält neun wunderschöne und herrlich verrückte Kurzgeschichten.

Murakami schreibt über einen Studenten, der das letzte Mal einen Rasen mäht, bevor er seinen Job aufgibt, über eine Frau, die sich wegen deutscher Lederhosen von ihrem Mann trennte, über einen professionellen Briefeschreiber und seine postalischen Bekanntschaften, über ein grünes Monster, das draußen vor dem Fenster einer Frau auflauert, über die Legende eines tanzenden Zwerges, über einen jungen Mann, seine Schwester und dessen Verlobten, über das 100%ige Mädchen, das der Protagonist leider versäumte anzusprechen und über die mysteriösen TV-People, die scheinbar grundlos in Wohnungen und Büros einbrechen, ihren Fernseher dort aufstellen und auf den weiß-flimmernden Bildschirm starren.