Italo Calvino – Wenn ein Reisender in einer Winternacht

Italo Calvino Wenn ein Reisender in einer Winternacht

Italo Calvino hat mit seinem Roman Wenn ein Reisender in einer Winternacht eine literarische Schnitzeljagd geschaffen – ein außergewöhnliches Werk über Wahrheit und Täuschung, über den Leser und den Autor.

Du, lieber Leser, der du vom Autor direkt angesprochen wirst in diesem Roman, kaufst dir das neue Buch des Schriftstellers Italo Calvino. Leider stellst du nach einigen Seiten enttäuscht fest, dass die Geschichte mittendrin abbricht – ein Fehldruck. Auf der Suche nach dem Rest des Romans erhältst du allerdings wieder ein fehlerhaft gedrucktes Werk, dieses Mal jedoch das eines anderen Autors. So geht es immer weiter, bis du so viele Geschichten angefangen und nicht beendet hast, dass es dich fast in den Wahnsinn treibt. Continue reading „Italo Calvino – Wenn ein Reisender in einer Winternacht“

Haruki Murakami – Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah

Haruki Murakami Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah

Haruki Murakamis Sammlung Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah enthält neun wunderschöne und herrlich verrückte Kurzgeschichten.

Murakami schreibt über einen Studenten, der das letzte Mal einen Rasen mäht, bevor er seinen Job aufgibt, über eine Frau, die sich wegen deutscher Lederhosen von ihrem Mann trennte, über einen professionellen Briefeschreiber und seine postalischen Bekanntschaften, über ein grünes Monster, das draußen vor dem Fenster einer Frau auflauert, über die Legende eines tanzenden Zwerges, über einen jungen Mann, seine Schwester und dessen Verlobten, über das 100%ige Mädchen, das der Protagonist leider versäumte anzusprechen und über die mysteriösen TV-People, die scheinbar grundlos in Wohnungen und Büros einbrechen, ihren Fernseher dort aufstellen und auf den weiß-flimmernden Bildschirm starren. Continue reading „Haruki Murakami – Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah“

Peter Stamm – Agnes

Peter Stamm Agnes Rezension

Peter Stamms Debütroman Agnes erschien bereits 1998. Es ist ein kurzes Werk, das zärtlich und voller Melancholie vom Scheitern einer Liebe erzählt.

„Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet.“ – So beginnt der nur 153 Seiten kurze Roman des Schriftstellers Peter Stamm. Doch anstatt Antworten zu liefern, auf die Fragen, die durch jene ersten Worte aufgeworfen werden, führt uns der Ich-Erzähler zurück an den Anfang, als er Agnes zum ersten Mal begegnete. Continue reading „Peter Stamm – Agnes“

Walter Moers – Ensel und Krete

Rezension Walter Moers Ensel und Krete

Das etwas andere Märchen: Walter Moers hat mit Ensel und Krete eine düstere und phantasievolle zamonische Version des Klassikers Hänsel und Gretel geschaffen.

Die Geschwister Ensel und Kretel, zwei junge Fhernhachen, machen mit ihren Eltern Urlaub im Großen Wald. Doch neugierig, wie sie sind, lassen sie sich von der spannenden Flora und Fauna ablenken und kommen vom Weg ab. Immer tiefer geraten sie in den Wald hinein und immer aussichtsloser scheint ihre Situation. Ob ihnen eines der vielen Waldwesen behilflich sein kann? Und existiert die gefürchtete Waldspinnenhexe wirklich?

„Es ist vollkommen gleichgültig, in welche Richtung ihr geht. Der Wald wird mit euch wachsen und euch immer wieder im Kreis führen, bis ihr wieder dahin kommt, wo ihr hergekommen seid. Ihr befindet euch in einem lebendigen Labyrinth. Es gibt keinen Weg hinaus. Es geht nur immer tiefer hinein.“ Continue reading „Walter Moers – Ensel und Krete“

Heinrich Böll – Irisches Tagebuch

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Auch nach über 60 Jahren mehr als lesenswert: Heinrich Böll nähert sich in Irisches Tagebuch Irland und seinen Bewohnern.

Mittlerweile ist Heinrich Bölls Irisches Tagebuch 61 Jahre alt. Die Auflage hat die Millionengrenze überschritten. Im Jahr 1954 war der Schriftsteller zum ersten Mal auf Achill Island, einer Insel die zur Grafschaft Mayo gehört und abgesehen von der Hauptinsel die größte Insel des Landes ist. Hier sind bis heute ungefähr 87% Prozent der Fläche mit Torfmooren bedeckt. Continue reading „Heinrich Böll – Irisches Tagebuch“

Haruki Murakami – Wilde Schafsjagd

Rezension Haruki Murakami - Wilde Schafsjagd

Wilde Schafsjagd ist Haruki Murakamis dritter Roman. Die vollkommen abgedrehte Suche nach einem ganz besonderen Schaf ist ein meisterhaft umgesetztes Werk des magischen Realismus – und eines von Murakamis besten Büchern.

„Du, in ungefähr zehn Minuten kommt ein wichtiger Anruf. Irgendwas mit Schafen“, sagte sie. „Viele Schafe und ein spezielles Schaf.“
„Schafe?“
„Ja“, sagte sie und gab mir ihre halbgerauchte Zigarette. Ich nahm einen Zug und drückte sie im Aschenbecher aus. „Und dann beginnt das Abenteuer.“

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