Cormac McCarthy – Die Straße

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Cormac McCarthys 2006 erschienener Roman Die Straße gilt als DIE Postapokalypse schlechthin. In einer Atmosphäre der Angst und Hoffnungslosigkeit kämpfen ein Vater und sein kleiner Sohn um das nackte Überleben.

Geht’s dir gut?, fragte er. Der Junge nickte. Dann marschierten sie im stahlgrauen Licht die Asphaltstraße entlang, schlurften durch die Asche, jeder die ganze Welt des anderen. Continue reading „Cormac McCarthy – Die Straße“

John Williams – Nichts als die Nacht

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John Williams Novelle Nichts als die Nacht zeigt einen jungen Mann, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seine „Seele zu säubern“ und sich immer tiefer in seiner Gefühlswelt aus Schuld und Scham verstrickt.

Nichts als die Nacht, das Debüt von John Williams, wurde von ihm im Alter von 22 Jahren geschrieben. Die Novelle erzählt von einem Tag im Leben des jungen Arthur Maxley in San Francisco. Wir folgen ihm zu einem Treffen mit einem alten Bekannten, der sich von ihm Geld leihen will und von hier aus zu dem Wiedersehen mit seinem Vater, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Continue reading „John Williams – Nichts als die Nacht“

Ray Bradbury – Das Böse kommt auf leisen Sohlen

Ray Bradbury Das Böse kommt auf leisen Sohlen Rezension Roman Diogenes VerlagDas Böse kommt auf leisen Sohlen ist ein atmosphärisch wie sprachlich dichter Schauerroman des vor allem durch Fahrenheit 451 bekannten Schriftstellers Ray Bradbury. Die Geschichte ist eine gelungene Allegorie des allseits beliebten Gut gegen Böse-Konflikts.

Jim und Will sind beste Freunde. Sie wohnen direkt nebeneinander, sind beide dreizehn Jahre alt und entdecken kurz vor Halloween, dass ein mysteriöser Zirkus in die Stadt kommt. Neugierig wie sie sind, schleichen sie sich des Nachts auf das Gelände, da es ihnen seltsam vorkommt, dass der gesamte Zirkus heimlich in der Nach anreist und seine Zelte aufbaut. Doch was sie dort entdecken, wird sie so schnell nicht wieder loslassen… Continue reading „Ray Bradbury – Das Böse kommt auf leisen Sohlen“

Donna Tartt – Die geheime Geschichte

Donna Tartt Die geheime Geschichte Roman Rezension

Mordgeschichte trifft griechische Tragödie: Donna Tartts bereits 1992 erschienener Roman Die geheime Geschichte entführt den Leser an ein College in Vermont, an dem sich eine Gruppe Griechischstudenten von der Schönheit des Schreckens leiten lässt. Düster, abgründig und doch von eigentümlicher Schönheit.

Ich nehme an, es gab eine Zeit in meinem Leben, da hätte ich eine beliebige Anzahl von Geschichten gewußt, aber jetzt gibt es keine andere mehr. Dies ist die einzige Geschichte, die ich je werde erzählen können.

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David Guterson – Schnee, der auf Zedern fällt

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In seinem 1994 erschienen Debütroman Schnee, der auf Zedern fällt erzählt David Guterson von Ressentiments auf einer kleinen amerikanischen Insel.

1954 wird auf der kleinen Insel San Piedro an der Nordwestküste der USA der Lachsfischer Carl Hein tot in seinem Netz aufgefunden. Angeklagt wegen Mordes wird sein japanischstämmiger Kollege Babuo Miyamoto. Die beiden kannten sich seit ihrer Kindheit und waren bis zum Ausbruch des Krieges befreundet. Der Redakteur der lokalen Zeitung Ishmael Chambers versucht, die Hintergründe aufzudecken. Continue reading „David Guterson – Schnee, der auf Zedern fällt“

Margaret Atwood Der Report der Magd Dytopie Roman Literatur The Handmaid's Tale

Margaret Atwood – Der Report der Magd

1985 schrieb Margaret Atwood von religiösen Fanatikern, entmündigten und versklavten Frauen und Gebärmaschinen. Heute ist der dystopische Roman Der Report der Magd nicht weniger aktuell und vor allen Dingen nicht weniger eindringlich und erschütternd als damals.

We are two-legged wombs, that’s all: sacred vessels, ambulatory chalices.

Offred lebt als Magd, als Handmaid, in Gilead. Die Stadt ist eingezäunt, man steht unter ständiger Beobachtung, man muss aufpassen, wem man sich anvertraut. Lesen und schreiben ist den Frauen verboten und es herrschen strikte Hierarchien. Ganz oben in der Nahrungskette steht ein Großteil der Männer, weiter unten kommen die Wives, also die Ehefrauen, die oftmals unfruchtbar sind, sowie die Aunts, welche für die religiöse und allgemeine Erziehung der jungen Frauen, der Mägde, zuständig sind. Diese sind einzig und allein zur Reproduktion gedacht, sie besitzen keinen anderweitigen Lebensinhalt. Continue reading „Margaret Atwood – Der Report der Magd“