Madeline Miller – Circe

Rezension Madeline Miller Circe Roman

Madeline Millers Circe wagt eine weibliche Perspektive auf die griechische Sagengestalt. Ein toller Roman, der in einigen Punkten gerne noch mutiger hätte sein dürfen.

Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes,
Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung,
Vieler Menschen Städte gesehn, und Sitte gelernt hat,
Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet,
Seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft.

Benedict Wells – Die Wahrheit über das Lügen

Rezension Benedict Wells Die Wahrheit über das Lügen Kurzgeschichten

Zehn Geschichten aus zehn Jahren: Benedict Wells brilliert in Die Wahrheit über das Lügen vor allem in außergewöhnlichen Szenarien.

„War das alles wirklich nur Fiktion? Oder nicht doch auch ein Funken Wahrheit?“
„Es war die Wahrheit. Die Wahrheit über das Lügen.“

Benedict Wells, erst 35 Jahre alt und schon lange renommierter Autor von erfolgreichen Romanen und Kurzgeschichten, versammelt in diesem Büchlein zehn völlig unterschiedliche Stories aus verschiedensten Genres und Themengebieten.

Sally Rooney – Gespräche mit Freunden

Sally Rooney Gespräche mit Freunden Rezension

Sally Rooney rettet ihren Debütroman Gespräche mit Freunden nach zwei Dritteln aus der Mittelmäßigkeit.

Frances und ihre Ex-Freundin Bobbi lernen das Ehepaar Melissa und Nick kennen, die als Fotojournalistin und Schauspieler arbeiten. Sie treffen sich bei Kulturveranstaltungen, zum Essen und führen Gespräche über Politik, Freundschaft, Kunst und Sex.

Zitat des Tages: Aus Stephen Hawkings „Kurze Antworten auf große Fragen“

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Lasst uns darum kämpfen, dass jede Frau und jeder Mann die Chance bekommt, ein gesundes und sicheres Leben voller Chancen und Liebe zu führen. Wir alle sind Zeitreisende, die gemeinsam auf dem Weg in die Zukunft sind. Lasst uns also gemeinsam daran arbeiten, aus dieser Zukunft einen Ort zu machen, den wir gerne besuchen.

Seid tapfer, neugierig, entschlossen und überwindet alle Widrigkeiten! Wir können es schaffen!

Stephen Hawking, „Kurze Antworten auf große Fragen“.

Amélie Nothomb – Töte mich

Amelie Nothomb Töte mich Rezension

Mord, Schicksal und Verpflichtungen: Amélie Nothombs Roman Töte mich überzeugt erneut durch großartige Dialoge und viel Skurrilität.

Henri Neville, ein belgischer Graf, steht vor dem Bankrott. Die Instandhaltung des Familienschlosses Château de Pluvier, das sie demnächst verlassen müssen, hat Unsummen an Geld verschlungen. Und gerade zu diesem ungünstigen Zeitpunkt steht Henris jährliche Gartenparty an, DAS Event in den Kreisen der belgischen Aristokratie. Doch nur wenige Tage zuvor verschwindet Henris Tochter Sérieuse und wird mitten in der Nacht halb erfroren im Wald von einer Wahrsagerin gefunden. Diese prophezeit Henri, dass er bei seiner Gartenparty jemanden töten wird – nur wer wird es sein?

N. K. Jemisin – The Fifth Season

N.K. Jemisin The fifth Season Rezension Zerrissene Erde

N. K. Jemisin vermischt in The Fifth Season Postapokalypse mit Fantasy und erzählt sprachlich anspruchsvoll von einer Welt am Abgrund.

Die Welt, in der Essun lebt, kennt nicht nur vier Jahreszeiten, sondern fünf. Dabei handelt es sich um die endzeitliche Fünftzeit, die sich durch Erdbeben oder ähnliche Naturereignisse zeigt und bereits einige Zivilisationen ausgelöscht hat. Die sogenannten Orogene können die Kraft der Erde manipulieren und werden mit Ablehnung betrachtet.

Kobo Abe – Die Frau in den Dünen

Rezension Kobo Abe Die Frau in den Dünen Roman

Gefangen in einem Sandloch: Der kafkaeske Roman Die Frau in den Dünen von Kobo Abe gilt völlig zu Recht als ein Klassiker der modernen japanischen Literatur.

Jumpei Niki reist in die Nähe eines abgelegenen Dorfes, um dort seiner Leidenschaft, der Suche nach unentdeckten Insekten, nachzugehen. Für die Nacht bittet er die Dorfbewohner um ein Quartier. Sie seilen ihn in ein Sandloch zu einer Hütte ab, die nur von einer jungen Frau bewohnt wird.

Carlos Ruiz Zafón – Marina

Carlos Ruiz Zafón Marina Rezension

Carlos Ruiz Zafóns Roman Marina ist eine atmosphärisch dichte und sprachlich exzellent ausgearbeitete Schauergeschichte, die uns erneut in das finstere Herz Barcelonas entführt.

Óscar Drai ist fünfzehn, als er eines späten Nachmittags im Jahr 1979 in ein verlassen wirkendes Haus im Sarriá-Viertel eindringt und so Marina kennenlernt. Das Mädchen, das ihren kranken Vater pflegt und sonst kaum Kontakt zur Außenwelt hat, freundet sich schnell mit Óscar an. Gemeinsam entdecken sie auf dem Friedhof eine geheimnisvolle Dame in Schwarz, die sie beobachten und verfolgen. Als diese ihnen eine mysteriöse Karte mit einem schwarzen Schmetterlingssymbol und dem Namen sowie der Adresse Michail Kolweniks zukommen lässt, versuchen sie, dem Geheimnis nachzugehen – ohne zu ahnen, in welche Gefahr sie sich begeben.

„Manchmal geschehen die realistischsten Dinge nur in der Vorstellung, Óscar“, entgegnete sie. „Wir erinnern uns nur an das, was nie geschehen ist.“

Schaurig schön und stimmungsvoll: 5 Bücher für den Herbst

Schaurig stimmungsvoll Bücher fuer den Herbst

Walter Moers – Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär

Zamoninen ist ein ganz besonderer Kontinent: hier kann Intelligenz schon mal ansteckend sein und Sandstürme viereckige Formen annehmen. Außerdem ist Zamonien die Heimat des Blaubärs. In 13 ½ Kapiteln erzählt der Blaubär von seinem Leben und seinen Abenteuern. Das ist immer unterhaltsam, komisch und vor allem voller Phantasie und Kreativität.

Rückblick: Lesemonat September

Rueckblick Lesemonat September

Im vergangenen September haben wir insgesamt sechs Bücher gelesen. Darunter eine Enttäuschung aber ebenso auch Romane, die uns begeistern konnten. Hier die von uns gelesenen Titel und eine knappe Einschätzung.

Carlos Fuentes – Aura

Du liest eine Annonce in der Zeitung : ein junger Historiker wird für eine Schreibtätigkeit gesucht, das Zimmer wird gestellt. Doch die Wohnung, die du betrittst, ist völlig dunkel, und die alte Frau, die deine Auftraggeberin ist, bekommst du zunächst nicht zu Gesicht.