Monatsrückblick: gelesen im Juli

gelesene Bücher Juli 2020

Nachdem wir den letzten Monatsrückblick einfach mal faul übersprungen haben (drei Bücher waren aber auch kaum genug, um einen ganzen Beitrag zu füllen), wollen wir unsere Juli-Lektüre nun wieder mit euch teilen. Insgesamt hatten wir einen ganz guten Lesemonat mit einem klaren Highlight aus der Kategorie Sachbuch!

Cho Nam-joo – Kim Jiyoung, Born 1982

Kim Jiyoung ist Anfang 30, frisch verheiratet und gerade Mutter geworden – und verliert vor lauter Selbstaufgabe langsam den Verstand.

Cho Nam-joo – Kim Jiyoung, Born 1982

Cho Nam-joo Kim Jiyoung Born 1982 Rezension

Cho Nam-joos feministisches Buch Kim Jiyoung, Born 1982 schlug in den letzten vier Jahren große Wellen in seinem Erscheinungsland Südkorea – völlig zu Recht.

The world had changed a great deal, but the little rules, contracts and customs had not, which meant the world hadn’t actually changed at all.

Kurz und knackig: Die Zeuginnen (Margaret Atwood)

Margaret Atwood Die Zeuginnen Rezension
Margaret Atwoods neuster Roman Die Zeuginnen spielt chronologisch nach ihrem Meisterwerk Der Report der Magd – jedoch vor dessen Epilog. Die Leser begleiten drei verschiedene Frauen und lernen durch sie den Staat Gilead, seine Gesellschaft und die Intrigen hinter der Fassade genauer kennen.

Reni Eddo-Lodge – Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche

Reni Eddo-Lodge Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe rede Rezension

Reni Eddo-Lodges Sachbuch Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche ist eine informative, essentielle Lektüre über Race und Rassismus.

To be white is to be human; to be white is universal. I only know this because I am not.

Der zunächst sehr provokativ anmutende Titel des Buchs ist angelehnt an ihren gleichnamigen Blogbeitrag aus dem Jahr 2014, welcher hier im Vorwort auch zitiert wird. Dort erklärt die britische Journalistin, dass sie nicht alle weißen Leute meine, sondern nur diejenigen, die sich vehement weigern, strukturellen Rassismus anzuerkennen, völlig abblocken und ihre Privilegien nicht wahrhaben möchten.

Sibylle Berg – GRM

Sibylle Berg GRM Rezension

Sybille Berg erzählt mit einem unerbittlichen Blick auf unsere Gegenwart. GRM ist hart, aufrüttelnd und unbedingt lesenswert.

Der neue Roman GRM von Sybille Berg beginnt in Rochdale, Großbritannien, in einer nahen Zukunft. Rochdale ist ein Ort, in dem der Neoliberalismus gründlich gearbeitet hat. Die vier Jugendlichen und Protagonisten  Don, Karen, Peter und Hannah haben es am eigenen Leib erfahren. Sie sind Außenseiter in einer Gesellschaft, in der sie keinen Platz mehr finden.

Fernanda Melchor – Saison der Wirbelstürme

Fernanda Melchor Saison der Wirbelstürme Rezension

Fernanda Melchors erster ins Deutsche übersetzte Roman Saison der Wirbelstürme porträtiert ein mexikanisches Dorf gefangen in einem Strudel der Gewalt und Trostlosigkeit.

In La Matosa, einem fiktiven Dorf nahe der Küste Mexikos, wird eine Hexe umgebracht. Durch verschiedene Figuren wie den drogenabhängigen Luismi, seine Cousine, die unter seinen Eskapaden leidet, oder seine ungewollt schwangere minderjährige Freundin Norma werden immer mehr Hintergründe über die „Hexe“ und den Mord aufgedeckt. So entfaltet sich nach und nach ein Panorama des Hasses und des Machismo.

Monatsrückblick: gelesen im Mai

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Im Mai haben wir insgesamt sechs Bücher gelesen. Darunter waren zwei Highlights, aber auch die anderen konnten uns begeistern. Ein sehr erfolgreicher Lesemonat!

Tommy Orange – Dort Dort

In seinem literarischen Debüt Dort Dort berichtet Tommy Orange aus verschiedenen Perspektiven von einem Powwow in Oakland, einer großen traditionellen Feierlichkeit der Native American Community. Zwölf Figuren mit unterschiedlichsten Bezügen zu ihrem Native American Hintergrund, ihren Wurzeln, Familien und Identitäten treffen hier mit ebenso unterschiedlichen Intentionen aufeinander, als es zum dramatischen Showdown kommt.

Nana Kwame Adjei-Brenyah – Friday Black

Nana Kwame Adjei-Brenyah Friday Black Rezension

In zwölf düsteren Erzählungen wirft der amerikanische Autor Nana Kwame Adjei-Brenyah mit seinem Debüt Friday Black einen kritischen Blick auf unsere konsumorientierte, gewaltbereite und rassistische Gesellschaft.

Du siehst, wie es die Welt auffrisst, und zweifellos bist du sein Ziel. Es kommt auf dich zugestürmt. Und als es blendend hell ist, bist du ängstlich und demütig. Bei seinem Anblick weißt du, es ist etwas, das du vermutlich bloß ein einziges Mal siehst. Etwas, das ein einziges Mal passiert und dann nie wieder. Wir haben es alle schon oft gesehen, aber ich breche noch immer in Tränen aus, denn wenn es kommt, weiß ich genau, dass wir unendlich sind.

James Baldwin – Giovannis Zimmer

James Baldwin Giovannis Zimmer Rezension

Intensiv und immer noch aktuell: Giovannis Zimmer von James Baldwin hat auch Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nicht an Bedeutung verloren.

Der Amerikaner David lernt im Paris der 50er den Barkeeper Giovanni kennen. Als die beiden eine Affäre beginnen, ist David zwischen Scham und Verlangen gefangen. Nachdem seine Verlobte Hella zurückkehrt, entscheidet er sich, das Verhältnis zu dem anderen Mann geheim zu halten, in der Hoffnung, sich selbst damit zu retten.