Jeff Vandermeer – Borne

Jeff Vandermeer Borne Rezension

Eine Welt voller mutierter Kinder und einem riesigen fliegenden Bären. Auch mit Borne zeigt Jeff Vandermeer, dass Genre-Grenzen für ihn keine Rolle spielen.

In der nahen Zukunft überlebt Rachel, indem sie in einer zerstörten Stadt nach Überresten von Biotech-Abfall sucht. Dabei wird der Ort von dem riesenhaften Bären Mord heimgesucht. Im Fell von Mord findet Rachel eines Tages ein Wesen, dessen Anziehung sie nicht widerstehen kann.

Karen Thompson Walker – Die Träumenden

Karen Thompson Walker Die Träumenden Rezension

Karen Thompson Walkers Roman Die Träumenden entwirft ein faszinierendes dystopisches Szenario, eingebettet in poetische Sprache.

Es beginnt an einem College in der fiktiven Stadt Santa Lora, Kalifornien. Zuerst ist es nur eine einzelne Studentin, dann kommen weitere junge Mädchen hinzu. Sie fühlen sich fiebrig und müde, fast wie bei einer Grippe, doch nachdem sie ins Bett gehen, wachen sie nicht mehr auf. Sie schlafen, und niemand weiß wieso, oder wie lange. Bald beginnt sich die mysteriöse Krankheit zu verbreiten – und mit ihr die Gerüchte und Ängste unter den Anwohnern.

Zitat des Tages: Aus Françoise Sagans „Bonjour Tristesse“

Francoise Sagan Bonjour Tristesse Zitat

Ich zögere, diesem unbekannten Gefühl, dessen Wehmut und Süße mich bedrücken, einen Namen zu geben, den schönen, ernsten Namen Trauer. Es ist ein so umfassendes, so egoistisches Gefühl, dass ich mich seiner fast schäme, während mir Trauer doch immer als etwas Achtbares erschienen ist. Ich kannte sie vorher nicht, ich kannte nur die Wehmut, das Bedauern, seltener die Reue. Heute aber umschließt mich etwas wie Seide, zermürbend und weich, und trennt mich von den anderen.

Françoise Sagan, „Bonjour Tristesse“

Jaroslav Rudiš – Winterbergs letzte Reise

Jaroslav Rudis Winterbergs letzte Reise Rezension

Jaroslav Rudiš beschreibt in Winterbergs letzte Reise eine Bahnfahrt durch Mitteleuropa und seine Geschichte. Die eigentlich mehr als interessante Handlung leidet unter den ständigen Wiederholungen.

Der in Vimperk geborene Jan Kraus arbeitet als Altenpfleger in Berlin und begleitet schwerkranke Menschen während den letzten Tagen ihres Lebens. Warum er seine Heimat, die Tschechoslowakei, verlassen hat, ist sein Geheimnis. Einer seiner Patienten ist der 1918 geborene Wenzel Winterberg, der nach dem Krieg als Sudetendeutscher vertrieben wurde.

Geliehene Zeit, geliehene Welt: Postapokalyptische Romane

2019-05-13-17-26-55

Postapokalypsen verbinden die meisten Leute vermutlich zunächst mit Zombies, Gewalt und eventuell noch etwas SciFi à la I, Robot. Dass dieses Genre nicht immer sein vorausgehendes Klischee erfüllen muss, zeigen allerdings auch sehr viele Ausnahmen.

Kanae Minato – Schuldig

Kanae Minato Schuldig Rezension

Unfall oder Mord? Als vier junge Männer anonyme Briefe erhalten, müssen sie erneut ein tragisches Ereignis aus ihrer Vergangenheit konfrontieren. Kanae Minatos neuer Roman Schuldig kann leider nicht das hohe Niveau ihres Erstlings Geständnisse erreichen.

KAZUHISA FUKASE IST EIN MÖRDER!

Fukase, ein zurückgezogener, eigensinniger Mann in seinen Zwanzigern hat einen wenig spektakulären Job als Außendienstmitarbeiter in einem Unternehmen für Bürobedarf, hegt eine große Leidenschaft für guten Kaffee und ist eigentlich mit seiner Freundin Mihoko glücklich – bis diese plötzlich ein anonymes Schreiben erhält, in dem ihr Freund als Mörder bezichtigt wird.

Cixin Liu – Jenseits der Zeit

Cixin Liu Jenseits der Zeit Rezension

Mit Jenseits der Zeit liefert Cixin Liu ein würdiges Ende seiner Trilogie und beweist erneut seinen unerschöpflichen Ideenreichtum.

Achtung: Da es sich um den dritten Teil einer Reihe handelt, finden sich im Text Spoiler zur Handlung der beiden vorhergegangen Bände.

Rückblick: Lesemonat April

Lesemonat April Murakami Houellebecq Rachel Cusk Juan Gabriel Vásquez Jaroslav Rudis Cixin Liu

Der April hielt einige tolle Leseerlebnisse für uns bereit sowie eine ziemliche Enttäuschung – und mit Houellebecqs Elementarteilchen auch einen Roman, der gar nicht so leicht zu besprechen ist. Folgende Bücher konnten uns im letzten Monat überzeugen oder auch nicht:

Mackenzi Lee – Kick-Ass Women: 52 Wahre Heldinnen

Dieses schöne illustrierte Buch aus dem Suhrkamp-Verlag erinnert an Good Night Stories for Rebel Girls. 52 Heldinnen der Geschichte werden hier porträtiert: ihr Leben und Schaffen wird übersichtlich und umgangssprachlich-locker zusammengefasst, begleitet werden die Texte von bunten und ausdrucksstarken Bildern der Damen.

Juan Gabriel Vásquez – Die Gestalt der Ruinen

Juan Gabriel Vasquez Die Gestalt der Ruinen Rezension

Über Morde an Politikern nähert sich Juan Gabriel Vásquez der Geschichte seiner Heimat an und hat mit Die Gestalt der Ruinen sein bisher eindrucksvollstes Werk geschaffen.

Durch einen Museumseinbruch kommt der seltsame Carlos Carballo in die Schlagzeilen. Aber hinter der Tat steht ein für ihn tieferer Sinn: Schon sein ganzes Leben hat er sich mit politischen Morden und deren Aufklärung beschäftigt. Einer der für ihn wichtigsten ist das Attentat aus dem Jahr 1948 auf den liberalen Politiker Jorge Eliécer Gaitán in Bogotá, dessen Tod Kolumbien in eine tiefe Krise stürzte.

Haruki Murakamis Kurzgeschichten

Haruki Murakami Kurzgeschichten

Haruki Murakami ist den meisten Lesern vermutlich durch seine Romane bekannt: Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt, Kafka am Strand, 1Q84, Mister Aufziehvogel, Naokos Lächeln, Südlich der Grenze, Westlich der Sonne oder der jüngst erschienene Zweiteiler Die Ermordung des Commendatore sind allesamt Weltbestseller. Doch der japanische Kultautor schreibt auch Kurzgeschichten. Und zwar immer dann, wie er selbst sagt, wenn er gerade einen Roman beendet hat. Und nach ein paar Kurzgeschichten kommt – genau, die große Lust, wieder einen neuen Roman zu verfassen.