Joseph Fink & Jeffrey Cranor – Willkommen in Night Vale

Joseph Fink & Jeffrey Cranor Willkommen in Night Vale Rezension

Welcome to Night Vale (auch auf Deutsch erhältlich: Willkommen in Night Vale) basiert auf dem gleichnamigen wunder-vollen Podcast von Joseph Fink und Jeffrey Cranor.

„Okay, we’ll find another way,“ Jackie said.
„There is no other way.“
[…]“This is Night Vale. Our mayor once led an army of masked warriors from another dimension through magic doors to defeat an army of smiling blood-covered office workers. There is definitely, definitely another way.“

Zitat des Tages: Aus F. Scott Fitzgeralds „Der große Gatsby“

F. Scott Fitzgerald Der große Gatsby Zitat

Und als ich da grübelnd auf der alten, unbekannten Welt saß, dachte ich an Gatsbys Staunen, als er zum ersten Mal das grüne Licht am Ende von Daisys Steg sah. Er war einen weiten Weg zu diesem blauen Rasen gekommen und sein Traum muss ihm zum Greifen nahe erschienen sein. Er wusste nicht, dass er damals schon hinter ihm lag, irgendwo in der Vergessenheit jenseits der großen Stadt, wo die dunklen Felder der Republik sich unter dem Nachthimmel ausbreiteten. Gatsby glaubte an das grüne Licht, an die orgiastische Zukunft, die Jahr für Jahr vor uns zurückweicht. Sie ist uns bisher versagt geblieben, aber das macht nichts: Morgen werden wir schneller rennen und unsere Arme weiter ausstrecken, bis eines schönen Tages –

So kämpfen wir uns voran wie Schiffe gegen die Strömung, unaufhörlich zurück ins Vergangene getrieben.

F. Scott Fitzgerald, „Der große Gatsby“.

Nicolas Mathieu – Wie später ihre Kinder

Nicolas Mathieu Wie später ihre Kinder Rezension

Über das Leben abgehängter Jugendlicher in der französischen Provinz: Wie später ihre Kinder von Nicolas Mathieu ist ein fesselnder Roman und erhielt verdientermaßen den Prix Goncourt.

Wie später ihre Kinder begleitet über vier Sommer, zwischen 1992 und Smells Like Teen Spirit, bis 1998 und der Fußballweltmeistermeisterschaft, Anthony, Hacine und ihre Freunde. Sie werden groß in einer Welt, die ihnen kaum noch etwas zu bieten hat.

George Saunders – Zehnter Dezember

George Saunders Zehnter Dezember Stories Rezension

Zehn meist abstruse Szenarien, zehn mal genial erzählt: George Saunders Erzählband Zehnter Dezember schockiert aufs Herrlichste.

Ob White Trash, eine Mittelschicht-Familie mit Aufstiegswünschen, die Kapitalisierung von Gefühlen oder der einsame, verquere Außenseiter, der aus der Kontrolle seiner Eltern ausbricht: George Saunders in Zehnter Dezember versammelte Kurzgeschichten erzählen aus der Mitte der modernen amerikanischen Gesellschaft heraus.

Sally Rooney – Normale Menschen

Sally Rooney Normale Menschen RezensionSally Rooneys neuster Roman Normale Menschen liest sich wie eine optimierte Version ihres Erstlings – und überzeugt auf ganzer Länge.

[Werbung: Kooperation mit dem Luchterhand Verlag]

Marianne und Connell leben in einer Kleinstadt in der Nähe von Sligo an der irischen Westküste. Sie gehen in eine Klasse, doch haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Mariannes Eltern sind wohlhabend und sie ist eine völlige Außenseiterin, Connell ist beliebt und sportlich – und seine Mutter putzt für Mariannes Familie. Obwohl sie sich in der Schule meiden, nähern sich die beiden in Mariannes Haus an, bis es zu einer geheimen Affäre kommt. Über mehrere Jahre hinweg sind Marianne und Connell zusammen, wieder getrennt, schlafen miteinander und versuchen, ihre Freundschaft aufrecht zu erhalten.

Monatsrückblick: gelesen im Juli

gelesene Bücher Juli 2020

Nachdem wir den letzten Monatsrückblick einfach mal faul übersprungen haben (drei Bücher waren aber auch kaum genug, um einen ganzen Beitrag zu füllen), wollen wir unsere Juli-Lektüre nun wieder mit euch teilen. Insgesamt hatten wir einen ganz guten Lesemonat mit einem klaren Highlight aus der Kategorie Sachbuch!

Cho Nam-joo – Kim Jiyoung, Born 1982

Kim Jiyoung ist Anfang 30, frisch verheiratet und gerade Mutter geworden – und verliert vor lauter Selbstaufgabe langsam den Verstand.

Cho Nam-joo – Kim Jiyoung, Born 1982

Cho Nam-joo Kim Jiyoung Born 1982 Rezension

Cho Nam-joos feministisches Buch Kim Jiyoung, Born 1982 schlug in den letzten vier Jahren große Wellen in seinem Erscheinungsland Südkorea – völlig zu Recht.

The world had changed a great deal, but the little rules, contracts and customs had not, which meant the world hadn’t actually changed at all.

Kurz und knackig: Die Zeuginnen (Margaret Atwood)

Margaret Atwood Die Zeuginnen Rezension
Margaret Atwoods neuster Roman Die Zeuginnen spielt chronologisch nach ihrem Meisterwerk Der Report der Magd – jedoch vor dessen Epilog. Die Leser begleiten drei verschiedene Frauen und lernen durch sie den Staat Gilead, seine Gesellschaft und die Intrigen hinter der Fassade genauer kennen.

Reni Eddo-Lodge – Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche

Reni Eddo-Lodge Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe rede Rezension

Reni Eddo-Lodges Sachbuch Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche ist eine informative, essentielle Lektüre über Race und Rassismus.

To be white is to be human; to be white is universal. I only know this because I am not.

Der zunächst sehr provokativ anmutende Titel des Buchs ist angelehnt an ihren gleichnamigen Blogbeitrag aus dem Jahr 2014, welcher hier im Vorwort auch zitiert wird. Dort erklärt die britische Journalistin, dass sie nicht alle weißen Leute meine, sondern nur diejenigen, die sich vehement weigern, strukturellen Rassismus anzuerkennen, völlig abblocken und ihre Privilegien nicht wahrhaben möchten.