Gabriel Josipovici – Wohin gehst du, mein Leben?

Gabriel Josipovici Wohin gehst du, mein Leben? Rezension

Gabriel Josipovici erzählt in Wohin gehst du, mein Leben? von Routinen und einem scheinbar klaren Lebensweg. Ein Roman voller Poesie und Vieldeutigkeit.

Nach dem Tod seiner ersten Frau ist er von London nach Paris gezogen, später, mit seiner zweiten Frau, von Paris nach Wales. Überall lebt er zurückgezogen als Übersetzer aus dem Französischen, mit festen Routinen und Abläufen. Als Kenner von Musik und Literatur ist er ein Mann mit festen Meinungen. Was und wie er ist, ist er scheinbar schon immer gewesen und mit seinem Tun ist er bereits länger beschäftigt, als er sich erinnern kann.

Bae Suah – Untold Night and Day

Bae Suah Untold Night and Day Rezension

Bae Suahs kurzer Roman Untold Night and Day liest sich wie ein fiebriger Traum in einer heißen Sommernacht.

Ayami arbeitet in einem Audiotheater in Seoul, in dem Performances für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen stattfinden. Es ist ein ruhiger Job, denn nicht viele Leute wissen um die Existenz des Theaters. In diesem unglaublich heißen und stickigen Sommer jedoch findet die letzte Aufführung statt und das Theater muss für immer schließen. Ayami fühlt sich verloren, bis ihre Bekannte und Deutschtutorin sie mit der Aufgabe betreut, einen ausländischen Poeten am Flughafen abzuholen und in Seoul zu begleiten. Doch bei ihrer Rückkehr zu ihrem Apartment müssen die beiden feststellen, dass die Frau spurlos verschwunden ist.

Oyinkan Braithwaite – Meine Schwester, die Serienmörderin

Oyinkan Braithwaite Meine Schwester die Serienmörderin Rezension

Oyinkan Braithwaites Roman Meine Schwester, die Serienmörderin ist bizarr, düster, rasant und amüsant – und damit beste Unterhaltung für Zwischendurch.

Korede und ihre jüngere Schwester Ayoola haben ein angespanntes Verhältnis: Ayoola ist deutlich hübscher, beliebter, geht völlig egozentrisch und ignorant durchs Leben – und hat ihren dritten Freund ermordet. Trotz ihrer Differenzen hält Korede zu ihrer Schwester und hilft ihr jedes Mal aus. Die Krankenschwester ist geübt darin, blutige Spuren zu verwischen und zeigt ein erstaunliches Talent bei der Beseitigung der Leichen und der Tatortreinigung. Doch die Spannungen zwischen den beiden ungleichen Schwestern werden größer, als Ayoola an Koredes Arbeitsplatz auftaucht und ein Auge auf deren Schwarm, den attraktiven Doktor, wirft. Was ist, wenn er ihr nächstes Opfer wird?

Haruki Murakami – Erste Person Singular

Haruki Murakami Erste Person Singular Rezension

Haruki Murakami ist zurück: Sein neuer Kurzgeschichtenband Erste Person Singular erzählt eindrucksvoll von den banalen und besonderen Momenten des Lebens.

Womöglich erscheint einem der Tod eines Traums trauriger als der eigentliche Tod.

Erste Person Singular ist eine Sammlung von acht Erzählungen, die von einfachen und besonderen Momenten im Leben ihrer Ich-Erzähler handeln. Eine Frau schenkt einem der Erzähler einen Gedichtband mit merkwürdigen Tankas, die von Enthauptungen handeln. Ein anderer Protagonist veröffentlicht einen Text über eine fiktive Bossa Nova-Platte Charlie Parkers, um ihn später genau diese Songs spielen zu hören, die es doch gar nicht gibt. Murakamis Kurzgeschichten zeigen uns auf so alltägliche und vertraute, gleichzeitig aber herrlich merkwürdige und spezielle Art verschiedene Facetten ihrer Erzähler – und ihres Autors selbst.

7 starke Buchempfehlungen zum Indiebookday 2021

Indiebookday 2021

Es ist wieder soweit – Heute, am 20. März, ist Indiebookday! Ins Leben gerufen wurde diese unglaublich tolle Initiative im Jahr 2013 vom mairisch-Verlag, einem, genau, Independent-Verlag mit Sitz in Hamburg.

Der Plan: Jeder Buchliebhaber geht an einem bestimmten Tag im März in den Buchhandel seines Vertrauens (dieses Jahr ist es Samstag, der 20.03.) und kauft sich ein Buch aus einem Independent-Verlag, um die Indie-Literaturszene zu entdecken und zu fördern. Besonders wichtig hierbei ist auch, nicht einfach nur auf Amazon zu bestellen, sondern neben den kleinen Verlagen auch die kleinen Buchhandlungen zu unterstützen.

Melanie Raabe – Kreativität. Wie sie uns mutiger, glücklicher und stärker macht

Melanie Raabe Kreativität Rezension

Thriller-Autorin Melanie Raabe hat mit Kreativität. Wie sie uns mutiger, glücklicher und stärker macht ein unterhaltsames und inspirierendes Sachbuch zum Thema Kreativität geschrieben.

Kreativität ist die Fähigkeit in uns, die Zauberei am nächsten kommt. Mit dieser Fähigkeit können wir die Welt verbessern, verschönern. Nicht nur berühmte Künstlerinnen oder geniale Erfinder. Wir alle.

Was ist Kreativität? Wie finden wir sie und können sie aktiv nutzen? Melanie Raabe nähert sich in ihrem Sachbuch/Ratgeber diesen Fragen. Sie schreibt in sieben Kapiteln über ihren eigenen Weg, über Routinen und Beharrlichkeit, die Schwierigkeiten des Anfangens, wie man „sein Ding“ findet und wie Kreativität nicht nur in Krisen erblüht, sondern uns auch durch diese hindurch hilft.

Julian Barnes – Der Mann im roten Rock

Julian Barnes Der Mann im roten Rock Rezension

In Der Mann im roten Rock erzählt Julian Barnes von einer neurotisch anmutenden Epoche und dem Arzt Samuel Pozzi. Pointiert mischt Barnes Fakten und zeitgenössische Gerüchte zu einer Kulturgeschichte.

Julian Barnes porträtiert in seinem neuen Buch Der Mann im roten Rock den Arzt Samuel Pozzi (1846-1918), einen Pionier auf dem Gebiet der Gynäkologie. Wer die Romane von Julian Barnes kennt, weiß, dass Kunst in ihnen häufig eine wichtige Rolle spielt.

Samanta Schweblin – Hundert Augen

Samanta Schweblin Hundert Augen Rezension

Samanta Schweblins Hundert Augen ist ein spannender und kurzweiliger dystopischer Roman, der unseren heutigen Umgang mit den sozialen Medien klug weiterspinnt, aber leider keinen dauerhaft bleibenden Eindruck hinterlässt.

Mehrere Männer, Frauen und Jugendliche, sowie zahlreiche kleine, mit Kameras ausgestattete Plüsch-Roboter namens Kentukis sind die Protagonisten in Schweblins Roman. Sie sitzen in Deutschland, Mexiko, Kanada. Diejenigen, die einen besitzen, teilen ihr Leben und ihren Alltag mit denjenigen, die auf der anderen Seite der Kentuki-Augen sitzen. Kentukis sind stumm, das bedeutet, es gibt keinen direkten Austausch, außer Besitzer und Beobachter tauschen Telefonnummern oder E-Mail-Adressen aus, oder erfinden ihr eigenes Kommunikationssystem. Das ist spannend für alle Beteiligten – führt nach und nach aber zu heiklen Situationen, ungeahnten Bindungen und großen Konflikten. Denn nicht alle User nutzen Kentukis, um neue Freundschaften zu schließen.

Karosh Taha – Beschreibung einer Krabbenwanderung

Karosh Taha Beschreibung einer Krabbenwanderung Rezension

Karosh Tahas Debütroman Beschreibung einer Krabbenwanderung ist ein sprachlich wie inhaltlich extrem gelungenes Werk über das Erwachsenwerden zwischen zwei Kulturen.

Ich glaube, Vergessen ist ein schöneres Geschenk als Erinnern.

Sanaa studiert, hat einen Freund und einen Liebhaber. Ihre depressive Mutter Asija verlässt kaum das Schlafzimmer, außer, um nachts auf dem Balkon zu stehen und den Mond anzustarren. Nasser, ihr Vater, entfernt sich immer mehr von der Familie und ist kaum noch zuhause. Ihre Tante Khalida, die schreckliche Nachbarin und all die anderen „Hochhausfrauen“ haben den ganzen Tag nichts besseres zu tun, als vom Balkon zu starren oder in Sanaas Wohnzimmer zu sitzen, eine Zigarette nach der anderen zu qualmen, über andere Leute zu tratschen und sich in Sanaas Leben einzumischen. Nicht gerade die besten Bedingungen, um herauszufinden, wer man ist und was man vom Leben erwartet. Vor allem, wenn die Vergangenheit stets so schwer auf der eigenen Familie lastet und sie unter sich zu erdrücken droht.

Ilka Piepgras (Hg.) – Schreibtisch mit Aussicht

Schreibtisch mit Aussicht Ilka Piepgras Rezension

Ilka Piepgras gewährt in ihrem Buch Schreibtisch mit Aussicht – Schriftstellerinnen über ihr Schreiben spannende und inspirierende Einblicke in das Schaffen von 24 Autorinnen.

Was ist Inspiration? Meines Erachtens ständige Wachsamkeit. Ständig Ausschau halten nach Material, Tag und Nacht, wach und im Schlaf.
– Hilary Mantel

In 24 Texten berichten sowohl deutsche als auch internationale Autorinnen über Ihren Alltag. Es geht unter anderem um das Schreiben im Flow, das Schreiben zwischen Job, Haushalt und der Erziehung eines Kleinkinds, das Schreiben im Schatten des wesentlich erfolgreicheren Partners. Ebenso thematisieren sie Vorurteile, mit denen schreibende Menschen, aber vor allem schreibende Frauen zu kämpfen haben und die Benachteiligungen im Alltag und im Literaturbetrieb.