George Saunders – Lincoln im Bardo

Rezension George Saunders Lincoln im Bardo Roman

Auf einzigartige Weise verbindet George Saunders in seinem Roman Lincoln im Bardo Fiktion mit Historie und wurde dafür mit dem Man Booker Prize belohnt.

Im Alter von elf Jahren stirbt Willie Lincoln, der Sohn des Präsidenten, während des Bürgerkriegs. Der trauernde Vater sucht alleine das Grabmal auf, um den Sohn noch einmal in den Armen zu halten. In der Nacht werden die Gespenster wach, die Geister der Toten. Continue reading „George Saunders – Lincoln im Bardo“

Thomas Glavinic – Das bin doch ich

Rezension Thomas Glavinic Das bin doch ich

Thomas Glavinic schrieb in seinem 2007 erschienenen Roman Das bin doch ich über den fiktiven Autor Thomas Glavinic. Ein kunstvoll konstruiertes Werk, das es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises schaffte.

Thomas Glavinic, österreichischer Autor, ansässig in Wien, hat gerade seinen Roman Die Arbeit der Nacht beendet und wartet minütlich auf eine Meldung seiner Agentin, dass sie einen Verlag für ihn gefunden habe. Dummerweise ist da auch noch sein bester Freund, Daniel Kehlmann, dessen Buch Die Vermessung der Welt momentan ziemlich durch die Decke geht. Continue reading „Thomas Glavinic – Das bin doch ich“

Adrian Tchaikovsky – Die Kinder Zeit

Rezension Adrian Tchaikovsky Die Kinder der Zeit

Dass die Menschheit auf der Suche nach einer neuen Heimat ist, mag vielleicht keine neue Idee im SciFi-Bereich sein, doch was der Autor Adrian Tchaikovsky in Die Kinder der Zeit daraus macht, bietet mehr als nur ein paar Überraschungen und wurde mit dem Arthur C. Clarke Award ausgezeichnet.

Nachdem die Erde unbewohnbar geworden ist, sind die letzten Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat im All. Als sie auf den Planeten Eden stoßen, scheint ihre Zukunft gesichert: eine Welt, die das Überleben sichern würde. Continue reading „Adrian Tchaikovsky – Die Kinder Zeit“

Han Kang – The White Book

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Die südkoreanische Autorin Han Kang, die mit Die Vegetarierin und Menschenwerk große Erfolge feiern konnte, ist mit ihrem neuen Buch The White Book zurück. Eine Übersetzung ins Deutsche ist leider noch nicht angekündigt.

Han Kangs The White Book (흰 im Original, also wortwörtlich als „Weiß“ zu übersetzen) ist kein Roman, sondern vielmehr eine Ansammlung fragmentarischer Texte, die sich assoziativ mit der Farbe Weiß befassen. Eine weiße Tür, Schnee, Vögel, Geburt und Tod, Nebel, der Mond, Reis, ein Lächeln, ein weißer Hund – Han Kang schreibt in ihren Textstücken, die meist nur ein oder zwei Seiten umfassen, über eigentlich sehr alltägliche Dinge und findet in ihnen eine besondere Schönheit. Continue reading „Han Kang – The White Book“

Haruki Murakami – Wilde Schafsjagd

Rezension Haruki Murakami - Wilde Schafsjagd

Wilde Schafsjagd ist Haruki Murakamis dritter Roman. Die vollkommen abgedrehte Suche nach einem ganz besonderen Schaf ist ein meisterhaft umgesetztes Werk des magischen Realismus – und eines von Murakamis besten Büchern.

„Du, in ungefähr zehn Minuten kommt ein wichtiger Anruf. Irgendwas mit Schafen“, sagte sie. „Viele Schafe und ein spezielles Schaf.“
„Schafe?“
„Ja“, sagte sie und gab mir ihre halbgerauchte Zigarette. Ich nahm einen Zug und drückte sie im Aschenbecher aus. „Und dann beginnt das Abenteuer.“

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Anthony McCarten – Jack

Rezension Anthony McCarten Jack Diogenes

Mit Jack widmet sich Anthony McCarten erneut einer realen Figur. Das Porträt von Jack Kerouac ist ehrlich und zeigt verschiedene Facetten des Idols der Beatgeneration.

Jack Kerouac, einst Idol der Beatgeneration, ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Zurückgezogen lebt er in Florida und verfolgt das Ziel, sich zu Tode zu saufen. In seinem Roman Unterwegs (On the Road) schlachtete er das Leben seines Freundes Neal Cassady aus, dem so ungewollt Ruhm zuteilwurde und schuf einen Kultroman. Continue reading „Anthony McCarten – Jack“