Matt Haig – Mach mal halblang

Matt Haig Macht mal halblang Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten Rezension

Matt Haigs neuestes Sachbuch Mach mal halblang – Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten füttert authentische persönliche Erlebnisse von Stress, Panikattacken und Ängsten mit Daten, Zahlen und Fakten, um einen spannenden Blick auf unsere moderne Gesellschaft und ihre Probleme zu werfen.

Soziale Medien, Schlafmangel, Nachrichten-Überladung: Haig erläutert, welche Faktoren den modernen Menschen heute besonders stressen und was das genau mit uns macht. Zwischen Anekdoten und eigenen Erlebnissen (wie seiner Panikattacke im Einkaufszentrum) bringt er immer wieder motivierende Worte sowie interessante und passende Fakten aus verschiedenen Studien oder Zitate von Wissenschaftlern wie Yuval Noah Harari ein.

Kurz und knackig: Nach dem Beben (Haruki Murakami)

Haruki Murakami Nach dem Beben Rezension

Eine Frau, die verschwindet, eine unbefleckte Empfängnis und ein Frosch, der Tokyo rettet – die sechs Kurzgeschichten in Murakamis Sammelband Nach dem Beben sind alle, teils eng, teils lose, mit dem Erdbeben von Kobe im Jahr 1995 verknüpft.

„Wohin man auch geht, sich selbst entkommt man nicht. Es ist so wie mit dem eignen Schatten, der folgt einem auch überall hin.“

Daniel Kehlmann – Tyll

Daniel Kehlmann Tyll Rezension

Daniel Kehlmann nutzt in Tyll den mittelalterlichen Narren als Dreh- und Angelpunkt und entwirft in geschickt miteinander verbundenen Episoden ein Panorama des dreißigjährigen Krieges.

Tyll Ulenspiegel wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf geboren. Nachdem sein Vater in einen Konflikt mit Hexenjägern der katholischen Kirche gerät, flieht Tyll mit der Bäckerstochter Nele. Auf seinen Wegen durch das von den Kriegen gezeichnete Land trifft er auf die unterschiedlichsten Menschen.

Zitat des Tages: Aus Matt Haigs „Mach mal halblang“

Zitat Matt Haig Mach mal halblang Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten

Das Lesen ist die innige Verbindung zu der Vorstellungskraft eines anderen Menschen.

Häufig wird das Lesen auf seine pädagogische Funktion reduziert. Aber hier liegt ein Missverständnis vor. Das Lesen ist nicht deshalb wichtig, weil es uns Fakten beibringt oder zu einem Job verhilft. Es ist wichtig, weil es uns einen Raum gibt, wo wir jenseits der uns vorgegebenen Realität existieren können. Einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen. Einen Ort, an dem sich Gedanken finden. Träume. Mitgefühl. Verständnis. Auswege.

Lesen ist ins Wort übertragene Liebe.

Matt Haig, „Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten“.

Michel Houellebecq – Karte und Gebiet

Michel Houellebecq Karte und Gebiet Rezension

Michel Houellebecq schreibt sich selbst in einen Roman ein. Der Künstlerroman Karte und Gebiet ist eines seiner besten Werke.

Der Gegenwartskünstler Jed Martin wird aufgrund seiner Porträts berühmt. Einer der Porträtierten ist der bekannte Schriftsteller Michel Houellebecq. Für eine Ausstellung soll er ein Kapitel zum Katalog beisteuern. Houellebecq erweist sich bei den Treffen mit Jed ganz anders als dieser ihn erwartet hat.

Christoph Ransmayr – Atlas eines ängstlichen Mannes

Christoph Ransmayr Atlas eines ängstlichen Mannes Rezension

Christoph Ransmayr nimmt seine Leser in Atlas eines ängstlichen Mannes mit auf einebeeindruckende Reise um die Welt, erzählt in poetischer Sprache und ausgeschmückt mit stimmungsvollen Details.

Auf dieser Pirschfahrt hatten wir Buckelwalbullen gesehen, die mit wenigen Flukenschlägen die Gesamtheit ihrer ungeheuren Masse aus dem Wasser katapultierten, dann für einen Augenblick in voller Größe über den Wellen und vor den weißen Wolkenfäusten des Tropenhimmels schwebten, bevor sie in einer Explosion schneeiger Gischt und zerreißender Wasservorhänge wieder ins Meer zurückstürzten.

Rückblick: Lesemonat Mai

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Insgesamt acht Bücher haben wir im Mai gelesen, darunter Fantasy, einen Klassiker, Kurzgeschichten und einen äußerst polarisierenden Autor. Im Folgenden erfahrt ihr, welche davon uns besonders überzeugen konnten:

Daniel Kehlmann – Tyll

Daniel Kehlmann versetzt die legendäre Figur des Tyll Ulenspiegel in die Zeit des dreißigjährigen Krieges. Tylls Vater wird wegen Hexerei verurteilt, Tyll flieht mit der Bäckerstochter und zieht fortan als Schausteller durch das vom Krieg zerstörte Land.

Kurz und knackig: Blitzeis (Peter Stamm)

Peter Stamm Blitzeis Kurzgeschichten Rezension

Ein Eisweiher bei Nacht, ein New Yorker Pub an einem verregneten Tag, eine junge, todkranke Frau in einer Klinik, zwei Pärchen, die sich auseinandergelebt haben, ein Mann, der mehr Liebe schenkt als er zurück bekommt, zwei verlorene Seelen, die zueinander finden und sich gegenseitig retten. Peter Stamms Kurzgeschichtenband Blitzeis nimmt seine Leser mit in die klaffende Leere des menschlichen Herzens.

Jeff Vandermeer – Borne

Jeff Vandermeer Borne Rezension

Eine Welt voller mutierter Kinder und einem riesigen fliegenden Bären. Auch mit Borne zeigt Jeff Vandermeer, dass Genre-Grenzen für ihn keine Rolle spielen.

In der nahen Zukunft überlebt Rachel, indem sie in einer zerstörten Stadt nach Überresten von Biotech-Abfall sucht. Dabei wird der Ort von dem riesenhaften Bären Mord heimgesucht. Im Fell von Mord findet Rachel eines Tages ein Wesen, dessen Anziehung sie nicht widerstehen kann.

Karen Thompson Walker – Die Träumenden

Karen Thompson Walker Die Träumenden Rezension

Karen Thompson Walkers Roman Die Träumenden entwirft ein faszinierendes dystopisches Szenario, eingebettet in poetische Sprache.

Es beginnt an einem College in der fiktiven Stadt Santa Lora, Kalifornien. Zuerst ist es nur eine einzelne Studentin, dann kommen weitere junge Mädchen hinzu. Sie fühlen sich fiebrig und müde, fast wie bei einer Grippe, doch nachdem sie ins Bett gehen, wachen sie nicht mehr auf. Sie schlafen, und niemand weiß wieso, oder wie lange. Bald beginnt sich die mysteriöse Krankheit zu verbreiten – und mit ihr die Gerüchte und Ängste unter den Anwohnern.