Zitat des Tages: aus Michael Endes „Die unendliche Geschichte“

Zitat Die unendliche Geschichte Michael Ende

Wer niemals ganze Nachmittage mit glühenden Ohren und verstrubbeltem Haar über einem Buch saß und las und las und die Welt um sich her vergaß, nicht mehr merkte, dass er hungrig war oder fror –
Wer niemals beim Schein einer Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen hat, weil Vater oder Mutter oder sonst irgendeine besorgte Person einem das Licht ausknipste mit der gut gemeinten Begründung, man müsse jetzt schlafen, da man doch morgen so früh aus den Federn sollte –

Tommy Orange – Dort dort

Tommy Orange Dort dort Rezension Roman

Zwölf Geschichten geschickt verwoben durch ein alles veränderndes Ereignis: Tommy Oranges Debüt Dort dort befasst sich mit der Native American Community in Oakland.

In Oakland soll zum allerersten Mal ein Powwow stattfinden, eine große Feier der Native American Community, bei der man zusammenkommt, teils von weit her anreist, tanzt, isst, sich zurechtmacht, Traditionen aufrecht erhält und sich austauscht.

Victor Jestin – Hitze

Victor Jestin Hitze Rezension

Hitze von Victor Jestin führt unmittelbar in die tosende Gefühlswelt eines 17-Jährigen.

Der 17-jährige Léonard ist mit seiner Familie im Urlaub auf einem Campingplatz am Meer. In den zwei Wochen hat er kaum Anschluss gefunden, ist genervt von den Fragen der Eltern und der Rekordhitze. In einer der Nächte kurz vor seiner Abreise beobachtet er einen anderen Jungen, Oscar, dabei, wie er sich auf dem Spielplatz selbst stranguliert.

Beard, Gay & Stokowski: Texte zum Thema Feminismus

Mary Beard Roxane Gay Margarete Stokowski Bücher zum Thema Feminismus

Mary Beard – Frauen & Macht

Mary Beard ist Historikerin und unterrichtet Alte Geschichte an der Cambridge University. Dieses Buch besteht aus zwei Vorträgen, die zeigen, dass sich die patriarchalen Machtstrukturen, in denen wir heute noch leben, schon in der Antike etablierten, indem Frauen zum Schweigen gebracht wurden.

Monatsrückblick: gelesen im April

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Im April hatten wir recht viel Zeit zum Lesen – und, wie ihr sehen könnt, mehr Lust auf Sachbücher als bisher. Von denen waren zwar nicht alle gleich überzeugend, dafür konnten uns aber vier der fünf Romane begeistern.

Margarete Stokowski – Die letzten Tage des Patriarchats

In diesem Buch sind 75 Texte versammelt, einige Essays, die meisten aber Kolumnen aus der taz und von Spiegel Online, die zwischen 2011 und 2018 erschienen. Stokowski schreibt locker, witzig und klug über Themen wie Rechtspopulismus, Sexismus, Gewalt, Machtverhältnisse, Privilegien und Gerechtigkeit.

Benjamin Myers – Offene See

Benjamin Myers Offene See Rezension

Offene See von Benjamin Myers schwelgt in Naturbeschreibungen und erzählt vom Erwachsenwerden, allerdings ohne überraschen zu können.

1946 entschließt sich der junge Robert nach dem Ende der Schule, hinaus in die Natur zu ziehen, bevor er der Familientradition folgen wird, um wie sein Vater und dessen Vorfahren im Bergwerk zu arbeiten. Ort seiner Sehnsucht ist das Meer.

Amélie Nothomb – Kosmetik des Bösen

Amelie Nothomb Kosmetik des Bösen Rezension

Amélie Nothombs Kosmetik des Bösen ist ein kluger, unterhaltsamer und spannender Dialogroman über das Böse, das sich in uns allen verbirgt.

Jérôme Angust sitzt am Flughafen und wartet, denn sein Flieger hat Verspätung. Der Geschäftsreisende möchte einfach nur in Ruhe lesen, bis es endlich weiter geht, doch ein Mann, der sich als Holländer namens Textor Texel vorstellt, setzt sich zu ihm und bedrängt ihn. Da Angust ihn nicht abschütteln kann, bleibt ihm nichts anderes übrig, als dem eloquenten und in der Philosophie bewanderten Herrn zuzuhören – auch, als die Themen düsterer und die Geständnisse heftiger werden.

Peter Keglevic – Wolfsegg

Peter Keglevic Wolfsegg Rezension

Überladene Handlung, die zur Groteske wird: Peter Keglevics Wolfsegg kann seinen Themen nicht gerecht werden.

Die fünfzehnjährige Agnes Walder lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem Alpental. Nach der Schule möchte sie gerne „Autoschrauber“ werden, stattdessen landet sie bei der „Raika“, der landwirtschaftlichen Genossenschaft. Nach kurzer Zeit wird sie bereits von ihrem Vorgesetzen sexuell belästigt.

Haruki Murakami – Kafka am Strand

Haruki Murakami Kafka am Strand Rezension

Kafka am Strand ist vielleicht der unbequemste von Haruki Murakamis Romanen, gleichzeitig – oder vielleicht auch deswegen – aber auch einer seiner besten.

„Neben der Welt, in der wir leben, existiert stets noch eine andere, die wir bis zu einem gewissen Punkt betreten und aus der wir dennoch wieder heil zurückgelangen können. Wenn wir vorsichtig genug sind. Doch wenn eine bestimmte Grenze überschritten ist, gibt es kein Zurück mehr.“

Jimmy Nelson – Before they pass away

Jimmy Nelson Before they pass away Bildband

Der britische Fotograf Jimmy Nelson bereiste dank seines Vaters schon früh die Welt. Bereits mit sieben Jahren hatte er mehr Länder kennengelernt, als die meisten von uns in ihrem ganzen Leben. Schon bald wurde ihm klar, dass es das ist, was er am meisten liebt: Reisen, ungewöhnliche Orte entdecken und fremde Kulturen kennenlernen. Nachdem auf einer Asienreise sein erster Bildband entstand, entschloss er sich für Größeres: Er wollte die Kulturen der Welt, die langsam aber sicher durch Wohlstand, Technologie, Fortschritt und natürlich auch durch den Menschen selbst bedroht werden, für die Ewigkeit festhalten.