Monatsrückblick: Unsere Bücher im November

Wir wünschen euch einen schönen ersten Advent!
Das Jahresende nähert sich schon in erschreckend schnellen Schritten und bald klopft auch schon der Weihnachtsstress an die Tür. Aber vorher möchten wir – pünktlich zum Dezemberbeginn – dann noch einmal auf unsere gelesenen Bücher im November zurückblicken, die uns mal mehr und mal weniger begeistern konnten.

Guillermo Arriaga – Der Wilde

Juan Guillermo wächst um das Ende der 1960er Jahre in einem ärmeren Viertel von Mexiko-City auf. Als Jugendlicher erlebt er, wie erst sein Bruder ermordet wird und wenig später auch die Eltern sowie seine Großmutter sterben. Sein Ziel ist es, sich an den Mördern seines Bruders zu rächen. Continue reading „Monatsrückblick: Unsere Bücher im November“

Marc-Uwe Kling – Die Känguru-Apokryphen

Marc-Uwe Kling Die Känguru-Apokryphen Rezension

Marc-Uwe Kling ist zurück! Und mit ihm der wohl verrückteste haarige Mitbewohner in der Geschichte der deutschsprachigen Literatur. Die Känguru-Apokryphen sind witzig, gesellschaftskritisch, politisch – aber leider nicht ganz so stark wie der Trilogieauftakt.

Es war einmal ein Punkt, an dem die Materie- und Energiedichte unendlich war. Eine Singularität, in der die allgemeine Relativitätstheorie nicht galt. Dann hat es geknallt. Etwa 13,8 Milliarden Jahre später ist ein kommunistisches Känguru in mein Wohnzimmer eingezogen. Seitdem knallt es die ganze Zeit. Der Rest ist selbsterklärend.

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Kurz und knackig: Reality-Show & Die Kunst, Champagner zu trinken (Amélie Nothomb)

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Reality-Show

In Frankreich startet eine neue Reality-Show namens Konzentration. Menschen werden willkürlich verhaftet und in ein Lager eingesperrt. Rund um die Uhr werden sie von Kameras begleitet. Einige von ihnen werden als Kapos eingesetzt und dürfen darüber bestimmen, welche der Gefangenen jeden Tag zur Strecke gebracht werden. Unter den Kandidaten ist auch die junge Pannonica, die sich nicht einschüchtern lassen will und für die anderen Gefangenen schnell zu einer Art Erlöserfigur wird.

„Wenn es eine Hölle gibt, werde ich halt dort schmoren, mir doch egal.“
„Es gibt eine Hölle, und wir sind mittendrin.“

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Monatsrückblick: Unsere Bücher im Juni

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Der Juni ist vorbei und mit ihm ein spannender und vielseitiger Lesemonat. Wir haben sehr breitgefächert gelesen – von Knausgård und Bolaño über Fantasy und Satire bis hin zum historischen Roman und zur Bandbiographie. Wir haben für euch eine Übersicht über unsere Leseeindrücke zusammengestellt.

Roberto Bolaño – Die wilden Detektive

Der Student Juan Garciá Madero schließt sich während der 70er in Mexiko den viszeralen Realisten an, einer literarischen Avantgarde. Deren Köpfe, Ulises Lima und Arturo Belano, machen sich auf die Suche nach der Urmutter des Realviszeralismus. Dabei ergibt sich sich ein detektivisches Doppelspiel, sie werden in Europa und Israel gesehen, treffen auf allerhand Personen, die von ihnen berichten. Ein Buch wie Die wilden Detektive habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Continue reading „Monatsrückblick: Unsere Bücher im Juni“

Marc-Uwe Kling – QualityLand

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Der Schöpfer des wohl bekanntesten deutschen Kängurus ist zurück: Mit QualityLand legt Marc-Uwe Kling eine humoristische Dystopie vor, die gleichsam unterhält und unseren derzeitigen Umgang mit Technik kritisch hinterfragt.

Peter Arbeitsloser – so heißt er, weil sein Vater bei seiner Zeugung keinen Job hatte – lebt in QualityLand, dem besten aller Länder. In QualityLand gibt es nur den Superlativ, etwas anderes wird nicht geduldet und würde dem Namen widersprechen. Hier wird alles über dein QualityPad geregelt: du küsst es, um irgendwo zu bezahlen, es regelt dein Leben für dich. Continue reading „Marc-Uwe Kling – QualityLand“

Margaret Atwood – Das Herz kommt zuletzt

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Die Vereinigten Staaten in der nahen Zukunft.
Nachdem die Wirtschaft des Landes zusammengebrochen ist, sind unzählige Menschen arbeits- und obdachlos geworden. So auch Charmaine und Stan, die ihr Haus nicht weiter abbezahlen konnten und nun in ihrem Auto leben – immer auf der Flucht vor Angreifern, anderen Obdachlosen, Drogensüchtigen. Während eines ihrer Gelegenheitsjobs als Kellnerin entdeckt Charmaine, dass noch Leute gesucht werden, die beim Positron/Consilience-Projekt mitmachen. Hierbei handelt es sich um Zwillingsstädte, abgeschottet von der Außenwelt, die fast gänzlich unabhängig funktionieren sollen. Die Bewohner des Projekts leben abwechselnd einen Monat in Consilience und gehen einem normalen Beruf nach, den nächsten Monat verbringen sie im Gefängnis in Positron. Continue reading „Margaret Atwood – Das Herz kommt zuletzt“