
Carlos Ruiz Zafóns Roman Marina ist eine atmosphärisch dichte und sprachlich exzellent ausgearbeitete Schauergeschichte, die uns erneut in das finstere Herz Barcelonas entführt.
Óscar Drai ist fünfzehn, als er eines späten Nachmittags im Jahr 1979 in ein verlassen wirkendes Haus im Sarriá-Viertel eindringt und so Marina kennenlernt. Das Mädchen, das ihren kranken Vater pflegt und sonst kaum Kontakt zur Außenwelt hat, freundet sich schnell mit Óscar an. Gemeinsam entdecken sie auf dem Friedhof eine geheimnisvolle Dame in Schwarz, die sie beobachten und verfolgen. Als diese ihnen eine mysteriöse Karte mit einem schwarzen Schmetterlingssymbol und dem Namen sowie der Adresse Michail Kolweniks zukommen lässt, versuchen sie, dem Geheimnis nachzugehen – ohne zu ahnen, in welche Gefahr sie sich begeben.
„Manchmal geschehen die realistischsten Dinge nur in der Vorstellung, Óscar“, entgegnete sie. „Wir erinnern uns nur an das, was nie geschehen ist.“
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