Hans Joachim Schädlich – „Sire ich eile…“ Voltaire bei Friedrich II.

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© Rowohlt Verlag

Voltaire am Hof des preußischen Königs

Nach dem Tod seiner geliebten Émilie du Châtelet gibt Voltaire dem Drängen des preußischen Königs Friedrich II. nach und begibt sich im Jahr 1750 an dessen Hof. Anders als die verstorbene Émilie glaubt Voltaire der Vorstellung, dass der König ein „Philosoph auf dem Thron“ sei.

Zitat des Tages: aus Nino Haratischwilis „Das achte Leben (Für Brilka)“

Nino Haratischwili Das achte Leben für Brilka Zitat Buch Roman

Früher, als ich etwa so alt wie war wie du, Brilka, habe ich mich oft gefragt, was wohl wäre, wenn das kollektive Gedächtnis der Welt andere Dinge erhalten und wiederum andere verloren hätte. Wenn alle Kriege und alle diese unzähligen Könige, Herrscher, Führer und Söldner vergessen und nur Menschen in den Büchern blieben, die ein Haus mit eigenen Händen gebaut, einen Garten angelegt, eine Giraffe entdeckt, eine Wolke beschrieben und den Nacken einer Frau besungen hätten; ich habe mich gefragt, woher wir wissen, dass die, deren Name überdauert, besser, klüger, oder interessanter sind, nur weil sie der Zeit standgehalten haben – wo bleiben die Vergessenen?

Wir entscheiden uns dafür, an was wir uns erinnern wollen und an was nicht. Die Zeit hat damit nichts zu tun. Der Zeit ist das egal.

 

Nino Haratischwili – Das achte Leben (Für Brilka)

Joan Didion – Slouching Towards Bethlehem / Stunde der Bestie

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©FSG Classics

California Dreaming

Joan Didion ist eine amerikanische Journalistin und Schriftstellerin, die unter anderem regelmäßig für The New Yorker und The New York Review of Books schreibt. Slouching Towards Bethlehem (deutscher Titel: Stunde der Bestie) ist eine Sammlung von Essays, welche im Laufe der Jahre in verschiedenen Magazinen erschienen sind.
Das Buch ist der literarischen Gattung Faction zuzuordnen – der Begriff setzt sich zusammen aus den Wörtern fact und fiction. Im Deutschen wird auch der Name Faktografie benutzt. Thematisch ist das Buch weitgreifend, verlässt bis auf eine Geschichte allerdings nie den Staat Kalifornien. Es geht um einen Mordfall, die Insel Alcatraz, John Wayne, Joan Baez, Selbstrespekt, Moral, Hawaii nach Pearl Harbor und um verdammt viele Hippies.

Zitat des Tages: aus Haruki Murakamis „Kafka am Strand“

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Hin und wieder hat das Schicksal Ähnlichkeit mit einem örtlichen Sandsturm, der unablässig die Richtung wechselt. Sobald du deine Laufrichtung änderst, um ihm auszuweichen, ändert auch der Sturm seine Richtung, um dir zu folgen. […]Und wenn der Sandsturm vorüber ist, wirst du kaum begreifen können, wie du ihn durchquert und überlebt hast. Du wirst auch nicht sicher sein, ob er wirklich vorüber ist. Nur eins ist sicher. Derjenige, der aus dem Sandsturm kommt, ist nicht mehr derjenige, der durch ihn hindurchgegangen ist.

Haruki Murakami – Kafka am Strand.

Thomas Glavinic – Das Leben der Wünsche

 

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Die Macht der Wünsche

Während seiner Mittagspause wird der Werbetexter Jonas von einem Unbekannten in ein Gespräch verwickelt. Sein Angebot erscheint verrückt: „Ich erfülle Ihnen drei Wünsche“. Ohne das Angebot wirklich ernst zu nehmen, geht Jonas auf das Spiel ein.

Zitat des Tages: aus Emily St. John Mandels „Das Licht der letzten Tage“

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„Im Grunde sind das alles Hochleistungsschlafwandler. […]Denn ich glaube, Leute wie er sind der Meinung, dass Arbeit von Natur aus Plackerei sein muss, unterbrochen von sehr seltenen Glücksmomenten. Aber wenn ich >Glück< sage, meine ich eigentlich vor allem Ablenkung. […]Angenommen, Sie gehen in den Pausenraum […]und da sitzen ein paar Leute wie Sie, irgendjemand erzählt eine witzige Geschichte, Sie lachen ein bisschen, Sie fühlen sich dazugehörig, alle sind so lustig hier, und dann gehen Sie zurück an Ihren Schreibtisch mit einer Art…ich weiß nicht, vielleicht wäre >Nachglühen< das richtige Wort dafür? Sie gehen mit einem Nachglühen zurück an Ihren Schreibtisch, aber um vier oder fünf Uhr ist dieser Tag schon wieder ein Tag wie jeder andere, und so machen Sie weiter, Sie freuen sich auf fünf Uhr und dann aufs Wochenende und dann auf Ihre zwei, drei Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr. So geht das tagein, tagaus, und das ist das, was mit Ihrem Leben passiert. […]Oder vielleicht sollte ich eher sagen: Das ist das, was als Leben durchgeht. Das ist das, was für die meisten Menschen als Glück durchgeht. Typen wie Dan sind Schlafwandler. […]Und nichts könnte sie jemals aufwecken.“

Emily St. John Mandel – Das Licht der letzten Tage.

Ulf Schiewe – Bucht der Schmuggler

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© Droemer Knaur Verlag

Vom Schmuggel in der Karibik

Im Jahr 1635 tobt in Europa der Dreißigjährige Krieg, während in den spanischen Kolonien der Schwarzhandel blüht. Der neue Gouverneur von Hispaniola setzt alles daran, den Schmuggel zu unterbinden, weshalb Dona Maria um das Leben ihres Mannes fürchten muss, einem reichen Pflanzer und heimlichen Drahtzieher des verbotenen Handels.

Ransom Riggs – Die Insel der Besonderen Kinder

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©Droemer Knaur

Von Monstern und besonders begabten Kindern

Jacobs Großvater Abraham erzählt ihm jahrelang Geschichten über seine eigene Kindheit: wie er damals im Krieg vor den Monstern floh und in einem Kinderheim auf einer kleinen walisischen Insel lebte, gemeinsam mit anderen Kindern, die besondere Gaben besaßen. Lange glaubt Jacob diese Gruselgeschichten, bis er langsam zu alt dafür wird und Abraham nur noch für einen senilen Spinner hält. Doch als dieser plötzlich von einem unbekannten Wesen getötet wird, ist Jacob gezwungen, sich der Vergangenheit seines Großvaters zu stellen, um seine eigenen schrecklichen Albträume wieder loszuwerden.

Neal Stephenson – Amalthea

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© Verlagsgruppe Random House

Was wäre, wenn die Welt heute unterginge?

05:03:12 Weltzeit, die Stunde Null. Nachdem der Mond explodiert ist, wütet über Jahrtausende ein Meteoritensturm, welcher die Oberfläche der Erde in eine Wüstenei verwandelt. Die Nationen der der Erde beschließen, eine Flotte von Archen in das All zu schicken, um die Menschheit vor der Auslöschung zu bewahren.

Roberto Bolaño – Das Dritte Reich

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©Fischer Verlag

Kriegsspiel vs. Realität

Udo Berger und seine Freundin Ingeborg verbringen die Ferien an der Costa Brava in dem Hotel, in dem Udo als Kind immer mit seiner Familie war. Viel hat sich nicht verändert, vor allem die Besitzerin Frau Else ist noch genau so schön wie in Udos Erinnerungen. Er verbringt seine Zeit hauptsächlich mit seinem Brettspiel, dem Wargame „Das Dritte Reich“. Währenddessen schließt Ingeborg Freundschaft mit einem anderen deutschen Paar. Lustlos lässt sich Udo ab und zu in Diskos und an den Strand mitschleifen und begegnet dort den seltsamen spanischen Aufreißern El Lobo und El Cordero sowie dem mysteriösen Verbrannten, der ein besonderes Interesse an ihm zu haben scheint.