Bücher über Bücher – Welttag des Buches 2017

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Earth Day, Weltfrauentag, Internationaler Tag des Bieres…. ja, es gibt sie alle. Nein, wir brauchen keinen einzigen davon. Wer gerne Bier trinkt, macht das immer und nicht nur einmal im Jahr. Hoffentlich auch nicht besonders viel an diesem einen Tag. Den Umweltschutz auf 24 Stunden im Jahr zu beschränken, macht auch nicht gerade Sinn.

Auch der Welttag des Buches ist uns eigentlich völlig schnuppe. Wir lesen doch sowieso täglich. Trotzdem, finden wir, ist es ein schöner und passender Anlass, um mal wieder einige Empfehlungen auszusprechen. Tun wir zwar sonst auch, aber heute gleich doppelt so gerne.

Wir haben für euch einige Bücher zusammengestellt, die sich mit dem Thema Büchern beschäftigen. Das Buch im Buch am Buchtag also.

Marlon James – A Brief History of Seven Killings

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Epos um das gescheiterte Attentat auf Bob Marley

Jamaika im Jahr 1976: In einer Nacht dringen sieben bewaffnete Männer in das Haus des Reggea Stars Bob Marley ein und eröffnen das Feuer. Sein Manager wird beim Versuch, ihn zu beschützen schwer verletzt, ebenso seine Frau. Marley selbst überlebt und trägt nur leichte Verletzungen an Armen und Brust davon.

Laurent Binet – Die siebte Sprachfunktion

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Mord im Paris der Poststrukturalisten

Paris im Jahr 1980: Nach einem Essen mit dem Präsidentschaftskandidaten François Mitterrand wird Roland Barthes von einem Wäschelieferanten überfahren. Dabei verschwindet auch ein Manuskript, das er bei sich trug. Ein Zeuge des Unfalls, Michel Foucault, behauptet, es sei Mord gewesen. Kommissar Bayard steht vor einem Rätsel und engagiert den Sprachwissenschaftler Simon Herzog als Assistenten. Die Spur der Mörder führt durch Paris, nach Bologna zu Umberto Eco und zur Cornell University im Staat New York.

Klaus Böldl – Der Atem der Vögel

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Ein Einzelgänger im hohen Norden

Nördlich von Schottland liegen die Färöer-Inseln. Hier lebt Philipp seit zwei Jahren. Er ist ein Deutscher, Mitte dreißig und ein Einzelgänger. Seine Zeit verbringt er mit langen Spaziergängen durch den Wohnort. Von seiner Lebensgefährtin Johanna, die in einem Krankenhaus arbeitet, entfremdet er sich immer mehr.

McKayla Robbin – we carry the sky

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McKayla Robbins Debüt-Gedichtband we carry the sky ist 145 Seiten lang, quasi der Durchschnitt für eine moderne Sammlung, und trotzdem letzten Endes – wie immer bei guter Lyrik – zu kurz. In vier Teilen kredenzt sie uns moderne Gedichte im Stile von Rupi Kaur, Amanda Lovelace et cetera.

come
unlace your boots
and let us be soft together
because lord knows
these years
have been hard enough already

Nicholas Searle – Das alte Böse

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Ein perfektes Opfer?

Roy und Betty haben sich über ein Datingportal im Internet kennengelernt. Auf den ersten Blick eigentlich nicht ungewöhnlich, wenn die beiden nicht schon über achtzig wären. Nach dem Kennenlernen zieht Roy schnell in Bettys Haus auf dem Land ein. Was Betty nicht weiß: Roy ist ein Krimineller, der seinen eigenen Plan verfolgt. Schon sein Leben lang war er ein Betrüger.

Anthony McCarten – Licht

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Ein faustischer Pakt

New Jersey 1878: Mit der Erfindung der Glühbirne könnte der Erfinder Thomas Edison die Welt revolutionieren und die Nacht zum Tag machen. Allerdings steht er vor finanziellen Problemen und ist beinahe bankrott. Der überraschende Besuch des Bankiers J. P. Morgan könnte die Lösung sein.

Haruki Murakami – Sputnik Sweetheart

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Der Protagonist, nur als K bekannt, Mitte zwanzig, ist hoffnungslos in seine beste Freundin Sumire verliebt. Sie haben sich an der Uni kennengelernt, jetzt arbeitet der Erzähler als Lehrer, während Sumire immer noch versucht, ihren ersten Roman fertig zu stellen. Eines Tages begegnet sie der anmutigen und faszinierenden Miu, einer verheiraten Frau, die wesentlich älter ist als sie selbst. Anfangs bewundert sie sie bloß, doch dann scheinen sich stärkere Gefühle anzubahnen. Sumire beginnt, für Miu zu arbeiten und viel Zeit mit ihr zu verbringen – bis K einen Anruf von Miu bekommt, dass Sumire spurlos verschwunden sei.

Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? Hanya Yanagihara und der unendliche Schmerz in „Ein wenig Leben“.

Roman Buch Literatur Lesen Hanya-Yanagihara Ein-wenig-Leben

 

Täglich geschehen irgendwo auf der Welt traumatisierende Dinge. Krieg und Flucht sind heutzutage offensichtliche Gründe, doch es gibt immer noch genügend Menschen, die Opfer von Gewalt und Missbrauch werden. Laut WHO-Statistik leidet allein in Europa jeder 15. an schweren Depressionen. 18 Millionen Kinder wurden sexuell missbraucht, 44 Millionen Kinder körperlich misshandelt.

Was das für das eigene Seelenheil bedeutet, lässt sich als Nichtbetroffener nicht einmal annähernd erahnen. Depressionen, Verdrängung, Selbstzerstörung – der unerträgliche Wunsch, seinem Leiden endlich ein Ende zu setzen. Dies alles existiert, aber oftmals wird darüber geschwiegen. Es sind noch immer Tabuthemen, auch in unserer heutigen liberalen Gesellschaft. Doch in Kunst, Film und Literatur finden sie einen Ort, an dem sie die Menschen erreichen können.

Julian Barnes – Der Lärm der Zeit

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Das Verhältnis von Kunst und Macht

Im Mai 1937 wartet ein Komponist jede Nacht am Fahrstuhl seiner Wohnung in Leningrad darauf, dass er von Stalins Männern abgeholt wird. Der Mann mit Namen Schostakowitsch möchte seiner Familie den Anblick seiner Verhaftung ersparen. Während der Aufführung seiner Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ hat Stalin zur Pause die Aufführung verlassen. Durch Zufall entgeht der Komponist den Säuberungen.