Monatsrückblick: Unsere Bücher im April

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Unser April war literarisch gesehen ein recht voller Monat – auch, was Themen und Genres betrifft, war einiges dabei. Ein paar Bücher konnten uns richtig begeistern, aber die ein oder andere Lektüre auch leider nicht.

Haruki Murakami – Die Ermordung des Commendatore II

Endlich, Murakamis von mir heiß ersehnter zweiter Band! Die Geschichte knüpf nahtlos an Band 1 an: der Protagonist porträtiert Marie weiter, forscht nach der Vergangenheit des Malers Tomohiko Amada, distanziert sich von seinem Nachbarn Menshiki. Als Marie plötzlich verschwindet, sieht sich der Protagonist gezwungen, tief in sein eigenes Ich hineinzusehen – und das nicht nur im übertragenen Sinne.

Amanda Lovelace – the witch doesn’t burn in this one

Rezension Amanda Lovelace the witch doesn't burn in this one

Amanda Lovelace ist mit ihrem neuen Gedichtband the witch doesn’t burn in this one zurück. Die Hexe brennt zwar tatsächlich nicht, dafür aber ziemlich viele Männer – female empowerment mal sehr radikal.

Amanda Lovelace, die nicht nur mich, sondern auch unzählige Leser mit ihrem Erstling the princess saves herself in this one begeistern konnte und somit den Goodreads Choice Award in der Kategorie „poetry“ gewann, ist nach Rupi Kaur vermutlich die am meisten gelesene und besprochene junge Lyrikerin der sogenannten tumblr poets bzw. insta poets. Im März ist ihr neues Buch erschienen, ein Gedichtband mit fast 200 Seiten, der sich eigentlich dem Feminismus widmen möchte, sich aber leider viel zu oft an der Grenze zur Misandrie bewegt.

Cixin Liu – Der dunkle Wald

Rezension Cixin Liu Der dunkle Wald Die drei Sonnen

Nach dem Erfolg von Die drei Sonnen ist mit Der dunkle Wald nun der zweite Band von Cixin Lius SciFi-Trilogie erschienen. Kann die Fortsetzung genauso begeistern wie sein Vorgänger?

Hinweis: Da es sich bei Der dunkle Wald um eine Fortsetzung handelt, finden sich im Text Spoiler zum Inhalt des ersten Buches. Zur Rezension von Die drei Sonnen gelangt ihr hier.

Warum Der Name des Windes von Patrick Rothfuss kein 08/15-Fantasyroman ist

Patrick Rothfuss Der Name des Windes Fantasy

Der Name des Windes von Patrick Rothfuss mag zwar ein Roman mit sehr klassischen Fantasy-Elementen wie Magie, magischen Kreaturen und einem eher mittelalterlich orientierten Setting sein, ist aber dennoch ein sehr eigensinniges Buch.

Drei Gründe, die es so besonders machen.

Yasmina Reza – Babylon

Rezension Yasmina Reza Babylon Roman

Mit Babylon erfindet sich die französische Autorin Yasmina Reza nicht neu. Sie bleibt ihrem Thema treu, zeigt Eskalationen im bürgerlichen Milieu und schreibt wunderbare Dialoge.

Am 21. März gibt Elisabeth eine Frühlingsparty. Das Datum stimmt, doch draußen beginnt es zu schneien. Als Gastgeberin hat Elisabeth wenig Erfahrung und eigentlich ist die Feier ihr auch zu viel. Doch als alle Stühle und Gläser organisiert sind, scheint der Abend zu gelingen.

Fantasy mit literarischem Anspruch: Steven Erikson – Das Spiel der Götter

Steven Erikson Das Spiel der Götter Fantasy

Ihr seid auf der Suche nach Fantasy abseits von Elfen, Zwergen und Orks? Es darf oder soll auch mal anspruchsvolle Fantasy sein, die nicht nur ein weiterer Tolkien-Klon ist? Steven Erikson vereint im Spiel der Götter die epische Breite der klassischen griechischen Texte mit moderner Fantasy – eine Welt, die den Leser nicht mehr loslässt und in ihren Bann zieht.

Benjamin von Stuckrad-Barre – Remix 3 und Lesung in der Zeche Bochum

Benjamin von Stuckrad-Barre Remix 3 Ich glaub mir geht's nicht so gut ich muss mich mal irgendwo hinlegen

Benjamin von Stuckrad-Barre ist zurück mit seinem neuen Buch Ich glaub‘ mir geht’s nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen – Remix 3.

In seinem aktuellen Werk folgt der Popliterat berühmten Persönlichkeiten wie Boris Becker, Madonna, Ferdinand von Schirach, Helmut Dietl, Rainald Goetz, Jan Hofer und Axel Springer, beobachtet und analysiert sie mit scharfem Auge und manchmal noch schärferer Zunge. Er berichtet von der WM 2010, einer typischen Redaktionskonferenz, von der Berlinale und natürlich, wie schon in Panikherz, vom Sunset Boulevard. Stuckrad-Barre, einer der besten Chronisten unserer Zeit, unserer Gesellschaft, unserer Popkultur und unserer Ikonen – doch ist das immer noch der Fall?

Donald Ray Pollock – Die himmlische Tafel

Donald Ray Pollock Die Himmlische Tafel Rezension

Donald Ray Pollock begibt sich wieder auf die Suche nach menschlichen Abgründen. Die himmlische Tafel ist voller gescheiterter Existenzen, Gewalt und komischer Momente.

Georgia Im Jahr 1917: Nach dem Tod ihres Vaters Pearl Jewett sind seine drei Söhne auf sich allein gestellt. Mit gestohlenen Pferden und schwer bewaffnet ziehen sie raubend durchs Land. Ihr Vorbild dabei ist „Bloody Bill Bucket“, die Hauptfigur eines Romans, der neben der Bibel das einzige Buch ist, das die Jewett-Brüder kennen.

Fuminori Nakamura – Die Maske

Fuminori Nakamura Die Maske Rezension Diogenes Roman

Fuminori Nakamuras neuer Roman Die Maske erzählt düster, brutal und spannungsgeladen von einem jungen Mann, der sich den grausamen Machenschaften seines Vaters entgegenzustellen versucht, dabei jedoch an seine moralischen Grenzen stößt. Darf man Feuer mit Feuer bekämpfen?

Als Fumihiro Kuki noch ein Kind ist, warnt ihn sein Vater, dass er ihn als Jugendlichen zu einem sogenannten Geschwür erziehen will. Nach einer alten Familientradition gebe es immer wieder jemanden, der im Namen der Familie Unheil über die Welt bringen solle, Tod, Gewalt, Verderben. Doch Fumihiro, der jeglicher Wärme und Vaterliebe entbehren musste, will sich seinem Vater widersetzen.