
Samanta Schweblins Hundert Augen ist ein spannender und kurzweiliger dystopischer Roman, der unseren heutigen Umgang mit den sozialen Medien klug weiterspinnt, aber leider keinen dauerhaft bleibenden Eindruck hinterlässt.
Mehrere Männer, Frauen und Jugendliche, sowie zahlreiche kleine, mit Kameras ausgestattete Plüsch-Roboter namens Kentukis sind die Protagonisten in Schweblins Roman. Sie sitzen in Deutschland, Mexiko, Kanada. Diejenigen, die einen besitzen, teilen ihr Leben und ihren Alltag mit denjenigen, die auf der anderen Seite der Kentuki-Augen sitzen. Kentukis sind stumm, das bedeutet, es gibt keinen direkten Austausch, außer Besitzer und Beobachter tauschen Telefonnummern oder E-Mail-Adressen aus, oder erfinden ihr eigenes Kommunikationssystem. Das ist spannend für alle Beteiligten – führt nach und nach aber zu heiklen Situationen, ungeahnten Bindungen und großen Konflikten. Denn nicht alle User nutzen Kentukis, um neue Freundschaften zu schließen.









