Omar El Akkad – American War

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American War verlegt die Folgen von Bürgerkrieg, Flüchtlingen, Drohnenangriffen und Klimawandel in die USA der Zukunft und erzählt die Entwicklung eines Mädchens zur Terroristin. Schwächen weist die düstere Zukunftsvision in Hinblick auf gesellschaftliche Darstellungen auf.

Die USA im Jahr 2075: ein zweiter Bürgerkrieg zwischen dem „blauen“ Norden und dem „roten“ Süden um die Frage nach der Nutzung von fossilen Brennstoffen ist ausgebrochen.

Simon Strauß – Sieben Nächte

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Viel besprochen, heiß begehrt, als Roman einer Generation betitelt – Kann Sieben Nächte, das allererste Werk von Simon Strauß, über das Begehen der sieben Todsünden dem Hype gerecht werden?

S., dem Protagonisten des Romans, graut es vor der Zukunft, vor einer Festanstellung, vor dem Käfig namens eigene Familie. Er ist kurz davor, 30 zu werden und sieht in dieser Zahl eine maßgebliche Schwelle: erwachsen zu werden, sich von dem Leben und dem Alltag in die Knie zwingen zu lassen. Als ihm ein Bekannter das Angebot macht, jede Nacht eine der sieben Todsünden zu begehen und im Anschluss darüber zu schreiben, zögert er nicht lange.

Tad Williams – Das Herz der verlorenen Dinge

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Mit Das Herz der verlorenen Dinge kehrt Tad Williams nach Osten Ard und zurück. Der Fantasy-Roman liefert für Fans einige interessante Informationen, ist ansonsten aber nur wenig mehr als das Verbindungsstück zur neuen Reihe, die ab dem September veröffentlicht wird.

Nachdem der Sturmkönig Ineluki getötet wurde, fliehen die Nornen in ihre vermeintlich sichere Stadt im Norden, um sich hinter den Mauern von Nakkiga von den Verlusten zu erholen.

Max Porter – Trauer ist das Ding mit Federn

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Die Krähe als Trauertherapeut: Max Porters Debütroman Trauer ist das Ding mit Federn beschäftigt sich auf eine außergewöhnliche Art mit dem Tod einer geliebten Person und der Bewältigung der unermesslichen Trauer.

Moving on, as a concept, is for stupid people, because any sensible person knows grief is a long-term project.

Joost de Vries – Die Republik

Die Republik

Die Republik von Joost de Vries: Eine Gesellschaftssatire im akademischen Milieu, über Neid, Geltungssucht, Trauer, Hitlerwitze und mit einem ganz eigenen Humor.

Der berühmte Historiker Josip Brik war bei seinen Auftritten immer bereit, die wissenschaftliche Genauigkeit für eine bessere Inszenierung zu vernachlässigen. Sein Spezialgebiet ist die filmische Darstellung Hitlers. Als er aus dem Fenster eines Hotelzimmers in Amsterdam stürzt, ist sein engster Mitarbeiter und Vertrauert Friso de Vos geschockt.

Alejandro Zambra – Bonsai

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Auf nur 90 Seiten schreibt der chilenische Autor Alejandro Zambra in seinem Debütroman Bonsai über die Liebe und die Literatur. Das Buch ist bereits 2006 im Original erschienen, wurde allerdings erst 2015 von Susanne Lange herausragend übersetzt.

Am Ende stirbt sie, und er bleibt allein, doch allein war er schon mehrere Jahre vor ihrem Tod, vor dem Tod Emilias. Sagen wir, sie heißt oder hieß Emilia, und er heißt, hieß oder heißt immer noch Julio. Julio und Emilia. Am Ende stirbt Emilia, Julio stirbt nicht. Der Rest ist Literatur.

Zitat des Tages: Aus Thomas Glavinics „Die Arbeit der Nacht“

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Eigentlich war er ein Klumpen Fleisch, der sich durch die Welt tastete. Was er über sie wußte, wußte er vor allem durch seine Augen.Durch sie konnte er sich orientieren, Entscheidungen treffen, vermied er Zusammenstöße. Aber nichts und niemand konnte ihm garantieren, daß sie die Wahrheit sagten. Farbenblindheit war nur ein harmloses Beispiel für mögliche Unwahrheiten. Die Welt konnte so aussehen oder anders. Für ihn existierte sie auf eine einzige mögliche Weise, nämlich in der Form, die ihm seine Augen gestatteten. Sein Ich, das war ein blindes Etwas in einem Käfig. Sein Ich war alles, was sich innerhalb seiner Haut befand. Die Augen, sie gehörten dazu – und auch nicht.

Jón Kalman Stefánsson – Fische haben keine Beine

Fische haben keine Beine

In seinem Roman Fische haben keine Beine zeigt sich der isländische Schriftsteller Jón Kalman Stefánsson von seiner besten Seite. Er erzählt bildreich und poetisch über die Bedeutung von Familie, Freundschaft und Liebe.

An einem Dienstag verlässt der Verleger und Schriftsteller Ari seine Frau und Kinder ohne jede Vorankündigung. Er findet für kurze Zeit Unterkunft in einem Hotel, bevor es ihn nach Kopenhagen zieht. Doch warum hat er sich zu diesem Schritt entschlossen?

Sylvain Neuvel – Giants. Zorn der Götter.

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Sylvain Neuvels zweiter Giants-Teil, Zorn der Götter, ist, wenn überhaupt möglich, noch temporeicher und handlungsstärker als sein Vorgänger. Mit gewohntem Sarkasmus und kreativer Erzählweise lässt er seine Leser nur so durch die Ereignisse der drohenden Apokalypse rasen.

Neun Jahre nachdem Dr. Rose Franklin und ihre Crew den Roboter Themis erforschten, taucht plötzlich ein zweites, noch größeres Exemplar mitten in London auf. Sie nennen ihn Kronos. Dr. Franklin, die Themis-Piloten Kara und Vincent sowie der Rest der Erdverteidigungstruppen sind ratlos: Warum steht der Roboter dort und worauf wartet er? Ist er in freundlicher oder feindlicher Mission gekommen?

Hendrik Otremba – Über uns der Schaum

Über uns der Schaum

In seinem Debütroman Über uns der Schaum versucht sich Hendrik Otremba an einer Genremischung und hat dabei einige gute Ideen. Das Buch scheitert aber an einem fragwürdigen Frauenbild, wenig sprachlicher Abwechslung und Logikfehlern.

Der drogenabhängige Detektiv Joseph Weynberg erhält von einem Mafiosi den Auftrag, eine Frau, Maude Anandin, zu finden. Maude ist das Ebenbild von Weynbergs verstorbener Liebe Hedy. Statt sie seinem Auftraggeber zu übergeben, flieht er mit Maude.