Monatsrückblick: Unsere Bücher im März

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Frohe Ostern allerseits!

Der März war für uns ein äußerst interessanter Lesemonat. Während die eine grippebedingt auf leichte Kost setzen musste, war der andere mit über 2.000 Seiten High-Fantasy beschäftigt. Hier haben wir für euch einen kleinen Überblick über unsere Lektüre des letzten Monats zusammengestellt.

Arno Geiger – Unter der Drachenwand

Arno Geiger beschäftigt sich in seinem Roman mit dem Leben hinter der Front kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Aus verschiedenen Perspektiven und mithilfe unterschiedlicher Darstellungsmittel (Briefe, Tagebücher) entsteht ein eindrucksvolles Bild des schwierigen Alltags. Im Mittelpunkt des mehr als lesenswerten Buches steht der verletzte Soldat Veit Kolbe, der sich auf Heimaturlaub befindet und versucht mit den im Krieg erlittenen Traumata umzugehen. Es ist ein ruhiger Roman, der stilistisch und atmosphärisch aber sehr beeindruckend ist. Zur ausführlichen Rezension geht es hier.

Michelle Steinbeck – Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch

Meine Lektüre zum diesjährigen Indiebookday: Das extrem surrealistisch anmutende Buch begleitet Protagonistin Loribeth auf der Suche nach ihrem Vater. Ein totes Kind im Koffer, macht sie sich auf den Weg, bekommt eine Prophezeiung und muss sich mit allen möglichen und unmöglichen Leuten und Ereignissen herumschlagen. Mit schlichter Sprache und skurrilen Bildern erzählt Jungautorin Steinbeck auf (alp)traumhafte Art von den Ängsten des Erwachsenwerdens. Gewiss kein Buch für jede/n Leser/in, mich konnte es aber durch seine unkonventionelle Art begeistern. Die komplette Besprechung könnt ihr hier nachlesen.

James Baldwin – Von dieser Welt

Das bereits in den 50er-Jahren erschienene Buch liegt nun in einer Neuübersetzung vor. Von dieser Welt ist alles andere als leichte Lektüre. In dem stark autobiografischen Buch voller Sprachkraft verfolgt der Leser den jungen John Grimes an seinem vierzehnten Geburtstag. In einer von Rassismus geprägten Gesellschaft sieht sein Vater in dem Glauben den einzigen Ausweg, doch John widersetzt sich und möchte selbstbestimmt leben. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich absolut gelungen. Ein Buch, das vielleicht jeder einmal gelesen haben sollte. Die komplette Rezension findet hier.

Haruki Murakami – Wenn der Wind sing/Pinball 1973

Muarakamis frühesten beiden Novellen/Kurzromane begleiten denselben Protagonisten, der auch in Wilde Schafsjagd die Hauptrolle spielt. Er und sein Freund Ratte schlagen sich durchs Leben, erst an der Universität, später im Job und treffen sich oft abends in Jays Bar auf ein Bier. Die Handlung ist überschaubar und wirkt noch ein wenig unausgereift, aber das typische Murakami-Feeling, das man aus seinen späteren Werken kennt, ist auch hier schon zu spüren. Die rohen und ruhigen Geschichten über Einsamkeit, Ziellosigkeit und (scheiternde) Beziehungen kommen qualitativ zwar nicht an die anderen Romane Murakamis heran, sind für Fans jedoch eine tolle Möglichkeit, die Anfänge des Autors kennenzulernen. Hier haben wir es bereits rezensiert.

Steven Erikson – Dust of Dreams und The Crippled God

Mit den beiden letzten beiden Bänden ging mein persönliches Fantasy-Highlight leider zu Ende. Nach mehr als zehn Jahren ist meine Reise mit dem Spiel der Götter vorbei. Und was für ein Weg es war! Es gibt da draußen wohl kaum ein Fantasy-Werk, das mich noch einmal so begeistern und fesseln kann. Zum Inhalt möchte an dieser Stelle nichts verraten. In absehbarer Zeit folgt ein Beitrag, in dem ich euch gerne Steven Eriksons Welt und Werk vorstellen möchte.

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Amanda Lovelace – the princess saves herself in this one

Gedichte über Missbrauch, Verlust, Liebe und Selbstbestimmung – erinnert an Rupi Kaur? Ja. Lovelace jedoch hat ihren ganz eigenen Stil, ihre ganz eigene Geschichte, die sie in diesen Gedichten verarbeitet. Ich habe das Buch gerade zum zweiten Mal richtig durchgelesen (und zwischendurch immer mal wieder reingeschaut) und muss sagen, dass es mir dieses Mal sogar noch besser gefallen hat. Das Buch gewann 2016 den Goodreads Choice Award in der Kategorie Lyrik und ihr neuster Gedichtband the witch doesn’t burn in this one ist vor wenigen Wochen erschienen.

Cixin Liu – Der dunkle Wald

Mit Der dunkle Wald wurde die Sci-Fi Reihe des chinesischen Autors nun fortgesetzt. Um Spoiler zu vermeiden, möchte ich hier nicht auf den Inhalt eingehen. Insgesamt bin ich noch zwiegespalten bei meiner Einschätzung. Während ich gerade der ersten Hälfte des Romans nur wenig abgewinnen konnte, hat die zweite Hälfe an die Stärken des ersten Bandes Die drei Sonnen angeknüpft. Eine ausführliche Besprechung folgt in den nächsten Wochen.

Oliver Uschmann – Hartmut und Ich

Der Ich-Erzähler, ein UPS-Packer, ist mit seinem besten Freund, dem Philosophie- und Literaturstudenten Hartmut in eine neue Wohnung gezogen. Typische Männer-WG? Fehlanzeige! Zwischen Online-Lebensberatung, antikapitalistischen Hausabdunkelungen, einem Club für Lebensfreude durch Unperfektheit, grausamen Poeten und rassistischen Fußballfans sorgen Hartmut und sein bester Kumpel in episodenhaften Kapiteln für jede Menge Chaos.
Als Teenager fand ich Unterhaltungsliteratur ehrlich gesagt deutlich lustiger als heute. Dennoch hat es mich an vielen Stellen zum Schmunzeln gebracht, wenn auch nicht zum lauten Lachen, und unterhaltsam ist es allemal (auf einem anderen Niveau als Tommy Jaud und Co.). Mit seinem philosophisch und politisch agierenden Helden Hartmut hebt es die Unterhaltungsliteratur auch noch mal auf eine ganz andere Ebene: es ist gesellschaftskritisch UND humorvoll zugleich.

Michail Bulgakow – Meister und Margarita

Der Klassiker der modernen russischen Literatur wurde vor einigen Jahren neu übersetzt. Alexander Netzling hat sich dabei auf die poetischen Aspekte des Originals konzentriert. Der von ihm verfasste Anhang bietet spannende Einblicke in seine Arbeit und auch auf die Entwicklung des Werks. Auch heute noch ist der Status des Romans als Klassiker absolut verdient. In unserer Buchvorstellung findet ihr auch Vergleiche zu alternativen und älteren Übersetzungen.

Leigh W. Rutledge – Der schnurrende Philosoph. Tagebuch eines eigenwilligen Katers

Kater Hemingway führt ein anstrengendes Leben. Essen, schlafen, spazieren gehen und sich ab und zu auch noch kraulen lassen. Noch stressiger wird es jedoch, als sein Frauchen einen neuen kleinen Stubentiger mit nach Hause bringt.
Meine zweite leichte Lektüre diesen Monat, da mich die Grippe ans Bett gefesselt hatte und ich mich kaum auf ein längeres Buch konzentrieren konnte. Der typische Katzenalltag wird teils sehr humorvoll, teils aber auch recht klischeehaft geschildert. Auf den letzten Seiten jedoch hat es mich fast zum Weinen gebracht – es war traurig, es war herzerwärmend, es war einfach ein schönes Ende. Wer Katzen liebt, findet in diesem Buch definitiv gute Unterhaltung für Zwischendurch – mehr allerdings auch nicht.

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