Monatsrückblick: gelesen im Mai

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Im Mai haben wir insgesamt sechs Bücher gelesen. Darunter waren zwei Highlights, aber auch die anderen konnten uns begeistern. Ein sehr erfolgreicher Lesemonat!

Tommy Orange – Dort Dort

In seinem literarischen Debüt Dort Dort berichtet Tommy Orange aus verschiedenen Perspektiven von einem Powwow in Oakland, einer großen traditionellen Feierlichkeit der Native American Community. Zwölf Figuren mit unterschiedlichsten Bezügen zu ihrem Native American Hintergrund, ihren Wurzeln, Familien und Identitäten treffen hier mit ebenso unterschiedlichen Intentionen aufeinander, als es zum dramatischen Showdown kommt.

Nana Kwame Adjei-Brenyah – Friday Black

Nana Kwame Adjei-Brenyah Friday Black Rezension

In zwölf düsteren Erzählungen wirft der amerikanische Autor Nana Kwame Adjei-Brenyah mit seinem Debüt Friday Black einen kritischen Blick auf unsere konsumorientierte, gewaltbereite und rassistische Gesellschaft.

Du siehst, wie es die Welt auffrisst, und zweifellos bist du sein Ziel. Es kommt auf dich zugestürmt. Und als es blendend hell ist, bist du ängstlich und demütig. Bei seinem Anblick weißt du, es ist etwas, das du vermutlich bloß ein einziges Mal siehst. Etwas, das ein einziges Mal passiert und dann nie wieder. Wir haben es alle schon oft gesehen, aber ich breche noch immer in Tränen aus, denn wenn es kommt, weiß ich genau, dass wir unendlich sind.

James Baldwin – Giovannis Zimmer

James Baldwin Giovannis Zimmer Rezension

Intensiv und immer noch aktuell: Giovannis Zimmer von James Baldwin hat auch Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nicht an Bedeutung verloren.

Der Amerikaner David lernt im Paris der 50er den Barkeeper Giovanni kennen. Als die beiden eine Affäre beginnen, ist David zwischen Scham und Verlangen gefangen. Nachdem seine Verlobte Hella zurückkehrt, entscheidet er sich, das Verhältnis zu dem anderen Mann geheim zu halten, in der Hoffnung, sich selbst damit zu retten.

Zitat des Tages: aus Michael Endes „Die unendliche Geschichte“

Zitat Die unendliche Geschichte Michael Ende

Wer niemals ganze Nachmittage mit glühenden Ohren und verstrubbeltem Haar über einem Buch saß und las und las und die Welt um sich her vergaß, nicht mehr merkte, dass er hungrig war oder fror –
Wer niemals beim Schein einer Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen hat, weil Vater oder Mutter oder sonst irgendeine besorgte Person einem das Licht ausknipste mit der gut gemeinten Begründung, man müsse jetzt schlafen, da man doch morgen so früh aus den Federn sollte –

Tommy Orange – Dort dort

Tommy Orange Dort dort Rezension Roman

Zwölf Geschichten geschickt verwoben durch ein alles veränderndes Ereignis: Tommy Oranges Debüt Dort dort befasst sich mit der Native American Community in Oakland.

In Oakland soll zum allerersten Mal ein Powwow stattfinden, eine große Feier der Native American Community, bei der man zusammenkommt, teils von weit her anreist, tanzt, isst, sich zurechtmacht, Traditionen aufrecht erhält und sich austauscht.

Victor Jestin – Hitze

Victor Jestin Hitze Rezension

Hitze von Victor Jestin führt unmittelbar in die tosende Gefühlswelt eines 17-Jährigen.

Der 17-jährige Léonard ist mit seiner Familie im Urlaub auf einem Campingplatz am Meer. In den zwei Wochen hat er kaum Anschluss gefunden, ist genervt von den Fragen der Eltern und der Rekordhitze. In einer der Nächte kurz vor seiner Abreise beobachtet er einen anderen Jungen, Oscar, dabei, wie er sich auf dem Spielplatz selbst stranguliert.

Beard, Gay & Stokowski: Texte zum Thema Feminismus

Mary Beard Roxane Gay Margarete Stokowski Bücher zum Thema Feminismus

Mary Beard – Frauen & Macht

Mary Beard ist Historikerin und unterrichtet Alte Geschichte an der Cambridge University. Dieses Buch besteht aus zwei Vorträgen, die zeigen, dass sich die patriarchalen Machtstrukturen, in denen wir heute noch leben, schon in der Antike etablierten, indem Frauen zum Schweigen gebracht wurden.

Monatsrückblick: gelesen im April

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Im April hatten wir recht viel Zeit zum Lesen – und, wie ihr sehen könnt, mehr Lust auf Sachbücher als bisher. Von denen waren zwar nicht alle gleich überzeugend, dafür konnten uns aber vier der fünf Romane begeistern.

Margarete Stokowski – Die letzten Tage des Patriarchats

In diesem Buch sind 75 Texte versammelt, einige Essays, die meisten aber Kolumnen aus der taz und von Spiegel Online, die zwischen 2011 und 2018 erschienen. Stokowski schreibt locker, witzig und klug über Themen wie Rechtspopulismus, Sexismus, Gewalt, Machtverhältnisse, Privilegien und Gerechtigkeit.

Benjamin Myers – Offene See

Benjamin Myers Offene See Rezension

Offene See von Benjamin Myers schwelgt in Naturbeschreibungen und erzählt vom Erwachsenwerden, allerdings ohne überraschen zu können.

1946 entschließt sich der junge Robert nach dem Ende der Schule, hinaus in die Natur zu ziehen, bevor er der Familientradition folgen wird, um wie sein Vater und dessen Vorfahren im Bergwerk zu arbeiten. Ort seiner Sehnsucht ist das Meer.

Amélie Nothomb – Kosmetik des Bösen

Amelie Nothomb Kosmetik des Bösen Rezension

Amélie Nothombs Kosmetik des Bösen ist ein kluger, unterhaltsamer und spannender Dialogroman über das Böse, das sich in uns allen verbirgt.

Jérôme Angust sitzt am Flughafen und wartet, denn sein Flieger hat Verspätung. Der Geschäftsreisende möchte einfach nur in Ruhe lesen, bis es endlich weiter geht, doch ein Mann, der sich als Holländer namens Textor Texel vorstellt, setzt sich zu ihm und bedrängt ihn. Da Angust ihn nicht abschütteln kann, bleibt ihm nichts anderes übrig, als dem eloquenten und in der Philosophie bewanderten Herrn zuzuhören – auch, als die Themen düsterer und die Geständnisse heftiger werden.