Benjamin Myers – Offene See

Benjamin Myers Offene See Rezension

Offene See von Benjamin Myers schwelgt in Naturbeschreibungen und erzählt vom Erwachsenwerden, allerdings ohne überraschen zu können.

1946 entschließt sich der junge Robert nach dem Ende der Schule, hinaus in die Natur zu ziehen, bevor er der Familientradition folgen wird, um wie sein Vater und dessen Vorfahren im Bergwerk zu arbeiten. Ort seiner Sehnsucht ist das Meer.

Amélie Nothomb – Kosmetik des Bösen

Amelie Nothomb Kosmetik des Bösen Rezension

Amélie Nothombs Kosmetik des Bösen ist ein kluger, unterhaltsamer und spannender Dialogroman über das Böse, das sich in uns allen verbirgt.

Jérôme Angust sitzt am Flughafen und wartet, denn sein Flieger hat Verspätung. Der Geschäftsreisende möchte einfach nur in Ruhe lesen, bis es endlich weiter geht, doch ein Mann, der sich als Holländer namens Textor Texel vorstellt, setzt sich zu ihm und bedrängt ihn. Da Angust ihn nicht abschütteln kann, bleibt ihm nichts anderes übrig, als dem eloquenten und in der Philosophie bewanderten Herrn zuzuhören – auch, als die Themen düsterer und die Geständnisse heftiger werden.

Peter Keglevic – Wolfsegg

Peter Keglevic Wolfsegg Rezension

Überladene Handlung, die zur Groteske wird: Peter Keglevics Wolfsegg kann seinen Themen nicht gerecht werden.

Die fünfzehnjährige Agnes Walder lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem Alpental. Nach der Schule möchte sie gerne „Autoschrauber“ werden, stattdessen landet sie bei der „Raika“, der landwirtschaftlichen Genossenschaft. Nach kurzer Zeit wird sie bereits von ihrem Vorgesetzen sexuell belästigt.

Haruki Murakami – Kafka am Strand

Haruki Murakami Kafka am Strand Rezension

Kafka am Strand ist vielleicht der unbequemste von Haruki Murakamis Romanen, gleichzeitig – oder vielleicht auch deswegen – aber auch einer seiner besten.

„Neben der Welt, in der wir leben, existiert stets noch eine andere, die wir bis zu einem gewissen Punkt betreten und aus der wir dennoch wieder heil zurückgelangen können. Wenn wir vorsichtig genug sind. Doch wenn eine bestimmte Grenze überschritten ist, gibt es kein Zurück mehr.“

Jimmy Nelson – Before they pass away

Jimmy Nelson Before they pass away Bildband

Der britische Fotograf Jimmy Nelson bereiste dank seines Vaters schon früh die Welt. Bereits mit sieben Jahren hatte er mehr Länder kennengelernt, als die meisten von uns in ihrem ganzen Leben. Schon bald wurde ihm klar, dass es das ist, was er am meisten liebt: Reisen, ungewöhnliche Orte entdecken und fremde Kulturen kennenlernen. Nachdem auf einer Asienreise sein erster Bildband entstand, entschloss er sich für Größeres: Er wollte die Kulturen der Welt, die langsam aber sicher durch Wohlstand, Technologie, Fortschritt und natürlich auch durch den Menschen selbst bedroht werden, für die Ewigkeit festhalten.

Yoko Ogawa – Das Ende des Bengalischen Tigers/Revenge

Yoko Ogawa Das Ende des Bengalischen Tigers Revenge

Yoko Ogawas Buch Das Ende des Bengalischen Tigers verknüpft elf düster-makabere Geschichten auf herausragende Weise miteinander.

„I was happy to see they have strawberry shortcake. […] I’m buying them for my son. Today is his birthday.“
„Really? Well, I hope it’s a happy one. How old is he?“
„Six. He’ll always be six. He’s dead.“

Monatsrückblick: gelesen im März

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Der März war trotz Social Distancing und beschränkter Aktivitäten kein besonders lesestarker Monat. Von den fünf Büchern, die wir beendet haben, konnten uns immerhin drei Autorinnen mit ihren Werken überzeugen. Welche das waren, erfahrt ihr im Folgenden:

Peter Keglevic – Wolfsegg

Agnes lebt mit ihren Eltern und den beiden Geschwistern in einem Tal, in dem jeder jeden kennt und die Familie Außenseiter sind. Nachdem der Vater ermordet wird und auch die Mutter stirbt, verfolgt Agnes nur noch ein Ziel: Bruder und Schwester vor dem Heim zu beschützen, das sie selbst ertragen musste.

Marlon James – Schwarzer Leopard, roter Wolf

Marlon James Schwarzer Leopard Roter Wolf Rezension

Voller Gewalt und auf afrikanischen Mythen basierend: Schwarzer Leopard, roter Wolf von Marlon James ist ein außergewöhnlicher Fantasy-Roman.

Sucher ist ein Jäger mit besonderem Sinn: Er kann über weite Distanzen riechen und eine Witterung verfolgen. Als Teil einer Gruppe von Söldnern ist es seine Aufgabe, einen Jungen zu finden, der seit Jahren ohne jede Spur verschwunden ist.

Zitat des Tages: Aus Hermann Hesses „Der Steppenwolf“

Zitat Hermann Hesse Der Steppenwolf

„Dein Leben wird auch dadurch nicht flach und dumm, wenn du weißt, daß dein Kampf erfolglos sein wird. Es ist viel flacher, wenn du für etwas Gutes und Ideales kämpfst und nun meinst, du müssest es auch erreichen. Sind denn Ideale zum Erreichen da? Leben wir denn, wir Menschen, um den Tod abzuschaffen? Nein, wir leben, um ihn zu fürchten und dann wieder zu lieben, und gerade seinetwegen glüht das bißchen Leben manchmal eine Stunde lang so schön.“

Hermann Hesse, „Der Steppenwolf“.

Indiebookday 2020 – acht großartige Bücher aus unabhängigen Verlagen

Indiebookday 2020 Empfehlungen Bücher aus unabhängigen Verlagen

Heute ist Indiebookday!

Seit 2013 besteht dieser Tag, der zunächst in Deutschland großen Anklang fand und sich später auch auf weitere Länder wie die Niederlande, Großbritannien, Portugal, Italien und Brasilien ausweitete. Er ist dazu da, den kleinen, unabhängigen Verlagen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, in ihren Programmen zu stöbern und in ihre Bücher reinzulesen. Zu diesem Anlass möchten wir euch im Folgenden acht Bücher und ihre Verlage ans Herz legen – denn gerade in Zeiten wie diesen benötigen sie jede Unterstützung, die sie bekommen können.