Rückblick: Lesemonat November

Lesemonat November Ferdinand von Schirach Benedict Wells Karina Sainz Borgo Philip Roth Tad Williams

Nachdem wir unseren Monatsrückblick im Oktober haben ausfallen lassen, melden wir uns nun mit unserem Lesemonat November zurück – eine überschaubare Anzahl von fünf Büchern konnten wir beenden. Welche das waren und wie sie uns gefallen haben, erfahrt ihr im Folgenden.

Benedict Wells – Die Wahrheit über das Lügen

Benedict Wells Kurzgeschichten sind mal realistisch-alltäglich und mal surreal-außergewöhnlich. Eine gescheiterte Ehe, eine missglückte Wanderung, eine Entführung, oder eine Muse, die sich in seine Schriftstellerin verliebt: Wells‘ hat zehn Geschichten aus zehn Jahren versammelt, von denen einige nur ganz gut, andere dafür herausragend sind. Mein erster Wells, aber definitiv nicht mein letzter. Hier findet ihr ausführlichere Gedanken zu dem Buch.

Philip Roth – Das sterbende Tier

Der über sechzig Jahre alte David Kepesh tritt im Fernsehen als Kulturkritiker auf und arbeitet als Dozent an einem New Yorker College. Regelmäßig beginnt er Affären mit seinen jungen Studentinnen, bis ihn die Begegnung mit der Kubanerin Consuela Castillo aus der Bahn wirft. Mit dem gewohnten Können zeichnet Roth das Bild eines Mannes, der von den gesellschaftlichen Kräften beeinflusst wird. Eine Rezension erfolgt in Kürze.

Ferdinand von Schirach – Kaffee und Zigaretten

In 48 Kapiteln erzählt der Strafverteidiger und Schriftsteller von Schirach aus seinem Leben, aus seinem Alltag und von seinen juristischen Fällen. Verschiedenste Textformen wie Memos, Beobachtungen und Dialoge treffen auf ein breites Themenspektrum: mit distanzierter, aber dennoch an den richtigen Stellen gewaltiger Sprache sinniert von Schirach über Moral, Recht, Menschlichkeit und das Leben. Ein wirklich gutes Buch, auch wenn mich nicht alle Kapitel gleichermaßen überzeugen konnten.

Karina Sainz Borgo – Nacht in Caracas

In einem von Gewalt, Willkür, Repression und Unterversorgung geprägten Venezuela weiß Adelaida keinen Ausweg mehr, außer, die Identität der toten Nachbarin anzunehmen, um das Land zu verlassen. Sainz Borgo schreibt mit viel Wut und die Verzweiflung ihrer Protagonistin und Ich-Erzählerin ist auf jeder Seite spürbar. Dabei entsteht ein atmosphärischer Roman, dessen Abgründe den Leser unvorbereitet treffen. Die ausführliche Rezension findet ihr hier.

Tad Williams – Die Hexenholzkrone

30 Jahre nach den Ereignissen aus Das Geheimnis der großen Schwerter geht es in die Welt von Osten Ard, wo das Königspaar Simon und Miriamel deutlich gealtert ist. Angesichts der alten und neuen Gefahren müssen sie erneut mit ihren treuen Freunden zusammenstehen und ihr Königreich beschützen. Leser der alten Trilogie werden viele bekannte Elemente wiederfinden, was den Roman nostalgisch werden lässt. Neue Einblicke bieten die Perspektiven auf die Ziele und die Kultur der Nornen. Unterm Strich hätte Williams aber dennoch mehr Neues wagen können. Hier geht es zur ausführlichen Besprechung.

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