Kurz und knackig: Marissa Meyer – Wie Blut so rot & Wie Sterne so golden

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Wie Blut so rot /Scarlet – Die Luna-Chroniken Band 2

Nachdem sich in Band 1 der Luna-Chroniken der junge Cyborg Cinder aus den tyrannischen Fängen ihrer Stiefmutter befreite, mitansehen musste, wie ihre Stiefschwester der Plage zum Opfer fiel und versuchte, Prinz Kaito vor den drohenden Gefahren durch Luna-Königin Levana zu warnen, wird in Band 2 eine neue Protagonistin eingeführt. Scarlet, angelehnt an Rotkäppchen, lebt mit ihrer Großmutter in einem kleinen, französischen Dorf, bis diese plötzlich spurlos verschwindet. Kurz darauf taucht der Straßenkämpfer Wolf auf. Gemeinsam fliehen sie vor nahenden Feinden und suchen nach Scarlets Großmutter, über deren Verbleib Wolf etwas zu wissen scheint. Zeitgleich bricht Cinder gemeinsam mit dem weltweit gesuchten Verbrecher Carswell Thorne aus dem Palastgefängnis aus – ein großes Geheimnis im Gepäck und die Angst im Nacken. Königin Levana, die beabsichtigt, durch eine Heirat mit Kai zur Herrscherin über Luna UND die Erde zu werden, will Cinder allerdings um jeden Preis finden.

Cinders Story geht auch in Band 2 großartig weiter – Marissa Meyer hat mit dem klugen und mutigen Cyborgmädchen einen wirklich tollen Charakter erschaffen. Weniger begeistert war ich jedoch von Scarlet als Protagonistin. Am Anfang wirkte sie noch tough, stark und cool, eine weibliche Hauptfigur, zu der man als Leserin aufschauen kann. Nach einiger Zeit war mir ihre Art aber einfach zu extrem, alles wirkte eine Spur zu dick aufgetragen und dass Scarlet sich mit ihrem ruppigen Verhalten immer selbst in Schwierigkeiten brachte, nervte ein wenig.

Ein paar Dinge waren auch relativ vorhersehbar (wie Wolfs Hintergrund), oder einfach recht stereotyp (wie die Flucht/Verfolgungsjagd von Scarlet und Wolf gefühlt quer durch Frankreich). Wolf fand ich als Charakter deutlich ansprechender als die Heldin. Aber vor allem der leicht an Han Solo angelehnten Captain Thorne, der zwar egoistisch, eingebildet und sarkastisch ist, aber auch einen weichen Kern zu haben scheint, zieht einen als Leser in seinen Bann.

Insgesamt ist Cinders Story für mich interessanter und weniger vorhersehbar als die von Scarlet, aber da beide Storylines das Buch ausmachen (und irgendwann glücklicherweise auch zusammengeführt werden), fällt es dadurch leider recht ab im Vergleich zu seinem Vorgänger.

LRM_EXPORT_20180130_160531Wie Sterne so golden /Cress – Die Luna-Chroniken Band 3

Band 3 beschäftigt sich mit der Geschichte von Rapunzel, in diesem Falle Cress, einer jugendlichen Hackerin, die von Königin Levana vor sieben Jahren auf einen Satelliten verbannt wurde, der irgendwo im Weltall zwischen Erde und Luna herumdümpelt. Völlig abgeschottet von der Außenwelt, ist Cress für königliche Programmierungen und Ähnliches zuständig, manches legaler als anderes. Die restliche Zeit verbringt sie damit, Netdramas zu gucken und die irdischen Nachrichten zu verfolgen. Nun jedoch wartet sie auf ihre Rettung: nachdem sie Cinder kontaktiert hat, wünscht sie sich nichts sehnlicher, als mit ihr und ihrer Crew von diesem grausamen Satelliten entfliehen zu können – und endlich Captain Thorne kennenzulernen, über den sie schon so viel gelesen hat.

Nachdem Band 2 für mich eher mittelmäßig war, bin ich froh, dass Band 3 wieder so einen Sprung nach oben macht. Cress ist ein wirklich seltsamer Charakter, sozial völlig unbeholfen durch ihre jahrelange Gefangenschaft und unsterblich verliebt in den ihrer Ansicht nach selbstlosen Thorne mit seinen verträumten blauen Augen. Auf der einen Seite unglaublich naiv, ist Cress aber natürlich auch wahnsinnig intelligent – eine interessante Mischung, die sie zu einer sehr unterhaltsamen Protagonistin macht. Auch Thorne glänzt hier wieder, sogar noch mehr als in Band 2. Die verschiedenen Handlungsstränge laufen dieses Mal deutlich schneller zusammen, trennen sich dann aber auf eine völlig andere Weise wieder auf.

Spannend, wendungsreich und humorvoll begleiten wir Cinder, Scarlet, Cress, Thorne, Wolf und Cinders eigenwilligen Androiden Iko auf ihrer Reise durch Afrika bis zum Commonwealth – sie müssen versuchen, die Plage endlich aufzuhalten, die Hochzeit zwischen Kai und Levana verhindern und der Welt und Luna endlich sagen, dass Prinzessin Selene, die einzig rechtmäßige Thronfolgerin, am Leben ist. Gegen Ende hat sogar die Protagonistin aus Band 4, Prinzessin Winter, ihren ersten Auftritt und meine Güte, ist die durchgeknallt. Wie Schnee so weiß werde ich also definitiv auch noch lesen und freue mich, dass Meyer nach ihrem schwächelnden zweiten Band wieder zu ihrer Form zurückgefunden hat.

2 Antworten auf „Kurz und knackig: Marissa Meyer – Wie Blut so rot & Wie Sterne so golden

  1. Die Luna-Chroniken hab ich schon seit einer Weile im Auge, konnte mich aber noch nicht wirklich zum Kauf entschließen. Es sind ja YA-Bücher und damit hab ich nicht so richtig gute Erfahrungen gemacht, aber hier ist die Prämisse ganz interessant und eure Rezension hat mich jetzt auch nochmal neugierig gemacht. Vielleicht trau ich mich ja doch mal..

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