Oliver Pötzsch – Die Burg der Könige

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Eine Burg, deren Geheimnis die Geschichte beeinflussen kann

Deutschland kurz vor dem Ausbruch der Bauernkriege im Jahr 1524. Im Pfälzer Wald bangt die junge Agnes um den Stammsitz ihrer Familie, die Stauferburg Trifels, in der einst Kaiser zu Gast waren, die jetzt aber dem Verfall preisgegeben ist. Um ihr Erbe zu retten, heiratet Agnes einen mächtigen Adligen. Ihr Ehemann verfolgt derweil ganz andere Pläne: der Legende nach befindet sich auf dem Trifels ein Schatz, der die Bauernkriege und die Zukunft des Reichs entscheiden kann. Längst haben auch andere europäische Herrscher die Bedeutung der Burg entdeckt und so wird Agnes vermeintliches Erbe zum Spielball der Mächtigen. Mit ihrem Jugendfreund Mathis versucht Agnes das Geheimnis des Trifels zu lüften und reist dafür durch das vom Krieg gezeichnete Land.

Ich lese wirklich sehr gerne historische Romane und hielt gerade den geschichtlichen Hintergrund der Bauernkriege und der aufkommenden Reformation für eine spannende Epoche, die im Roman zu meiner Enttäuschung nicht zur Genüge beleuchtet wird. Leider konnte Die Burg der Könige meine Erwartungen aus verschiedenen Gründen nicht erfüllen. Die Charaktere waren mir alle eher unsympathisch, oder im Falle der Hauptpersonen Agnes und Mathis herzlich egal. Zu eindimensional und zu schwarz-weiß erscheint mir die Figurenzeichnung. Die Personen machten auf mich häufig einen naiven und nicht nachvollziehbaren Eindruck und laufen teilweise so offensichtlich in ihr Unglück, dass ich nur mit dem Kopf schütteln konnte. Auch auf eine wirkliche Entwicklung der Protagonisten habe ich bis zum Ende gewartet. Daneben war auch die Handlung sehr vorhersehbar und bot keine Überraschungen, weshalb sich die fast 1000 Seiten teilweise sehr zogen, da kaum Spannung aufkam und die Geschichte nicht über bekannte Muster hinauskommt. Gerade am Schluss der Story häufen sich auch die Zufälle für meinen Geschmack so sehr, dass die Auflösung nicht wirklich befriedigend war und zu konstruiert wirkte. Wirklich nervig fand ich den Einbau der mystischen Elemente, die in Form von Agnes Visionen auftreten und für mich in der Geschichte einen eher deplatzierten Eindruck machten. Positiv anzumerken ist aber, dass sich der Schreibstil des Autors sehr flüssig lesen lässt.

Insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass die historischen Umstände der Zeit genauer beleuchtet werden und nicht nur als Fassade benutzt werden. Hier wäre meiner Meinung nach deutlich mehr drin gewesen. Die Geschichte konzentriert sich zu sehr auf das persönliche Schicksal von Agnes und Matis und vergisst, seine Charaktere richtig in das äußere Drumherum einzuweben.

Langweilige Geschichte in der Zeit der Bauernkriege

Das Buch Die Burg der Könige konnte meine (vielleicht zu hohen) Erwartungen nicht erfüllen. Die spannende Zeit der Bauernkriege und aufkommenden Reformation wird mir zu wenig eingebaut und zu schwarz-weiß dargestellt. Selbiges trifft leider auch auf die Charaktere zu, die sehr eindimensional gezeichnet sind und keine Überraschungen bieten können. Daher von meiner Seite keine Kaufempfehlung für Fans von historischen Romanen.

2sterne

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