Francesc Miralles & Héctor García – Ikigai. Gesund und glücklich hundert werden

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„Das Geheimnis eines langen Lebens? Früh schlafen gehen, früh aufstehen und spazieren gehen. In Ruhe leben und die Dinge genießen. Sich gut mit den Freunden vertragen. Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter… Jede Jahreszeit sollte man froh und glücklich genießen.“

Ikigai, das ist das japanische Wort für unseren persönlichen Sinn des Lebens. Das, wofür es sich morgens aufzustehen lohnt. Das, was uns antreibt und mit Leidenschaft erfüllt. In ihrem gemeinsamen 200 Seiten kurzen Sachbuch erklären Francesc Miralles und Héctor García, beides keine Wissenschaftler, was Ikigai genau ist und wie es zu einem erfüllten und vor allen Dingen langen Leben beitragen kann.

Der Titel des Buchs ist zugegebenermaßen etwas irreführend. Ikigai – Gesund und glücklich hundert werden lässt vermuten, dass Ikigai ein Konzept sei, welches beinhaltet, gesund und glücklich zu altern. Wie sich beim Lesen herausstellt, ist es jedoch andersherum. Ein Ikigai zu verfolgen, führt nämlich lediglich – und auch nur unter anderem – zu einem zufriedenen Alterungsprozess.

Bloß, weil wir ein Ikigai haben, heißt es jedoch nicht, dass es uns 90, 100 oder 110 Jahre alt werden lässt. Dafür müssen wir noch andere Dinge beachten: gesunde Ernährung natürlich, viel Bewegung, gar nicht mal Sport, sondern Spaziergänge, Gartenarbeit et cetera. Die Pflege sozialer Kontakte sowie die eine grundlegende Gelassenheit helfen ebenfalls dabei und sorgen zum Teil dann auch für den gesundheitlichen Aspekt des Ganzen. Dem Begriff des Ikigai wird im Endeffekt auch kaum Platz in dem Buch eingeräumt, die meisten Kapitel drehen sich um die physischen und psychischen Komponenten, welche unsere potenzielle Langlebigkeit beeinflussen können. Das Ikigai hätte man also getrost aus dem Titel streichen können – dann wäre das Buch aber vermutlich nicht so ansprechend für Leser, denn exotische Wörter wie Ikigai, Hygge, Lykke und Co. erregen natürlich unsere Aufmerksamkeit und Neugier.

„Essen Sie und schlafen Sie, und Sie werden lange leben. Man muss lernen, sich zu entspannen.“

Bahnbrechende, neue Informationen liefert das Buch leider überhaupt nicht, aber es ist dennoch interessant und fast schon meditativ, über das Dorf Ogimi auf der japanischen Insel Okinawa zu lesen, in dem die weltweit höchste Lebenserwartung herrscht. Es ist eine nette Lektüre für einen verregneten Nachmittag. Ich habe es zugegebenermaßen an einem Stück durchgelesen, als ich Windows neu installierte.

Ganz großes Minus: Ich habe zwar den Begriff des Ikigai kennengelernt, aber wie zum Teufel ich mein persönliches Ikigai finden kann, hat mir das Buch nicht erklärt. Und das, obwohl es das eigentlich verspricht.

Immerhin erinnert es mich noch einmal daran, wie schädlich Stress und Sorgen sind und dass wir nicht nur das tun sollen, was andere von uns erwarten, sondern auch das, was uns glücklich macht. Themen wie Achtsamkeit und Logotherapie werden angeschnitten, es gibt Tipps, wie man bei der Arbeit oder anderen Tätigkeiten in den „Flow“ kommt, also völlig darin aufgeht. Die Autoren empfehlen ein paar Yoga-, Qigong- und Tai-Chi-Übungen und halten ein paar wunderbare Worte der alten Dorfbewohner Ogimis parat:

„Da gibt es kein Geheimnis. Der Trick ist einfach der, dass man lebt.“

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